Jurte vor Bayerischer Vertretung vor Europäischem Parlament in Brüssel

Veranstaltungen in Brüssel

Bayerischer Tag der Jugend in Europa

Am 26. Juni 2017 lud der Bayerische Jugendring zusammen mit der Vertretung des Freistaates Bayern zum Bayerischen Tag der Jugend in Europa. Ziel der Veranstaltung war, junge Menschen aus Bayern mit Expert_innen und Entscheidungsträger_innen der Europa-Ebene ins Gespräch zu bringen. Tagsüber fanden fünf Workshops statt, in denen jeweils ein Praxisprojekt aus der bayerischen Jugendarbeit mit Mitarbeiter_innen aus dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission, dem Ausschuss der Regionen und vielen anderen Interessensvertreter_innen ihre Anliegen diskutierten und einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten  der europäischen Jugendpolitik bekamen.

Beim abendlichen Empfang wurden die Ergebnisse der fünf Workshops dem Brüsseler Publikum vorgestellt. Das Engagement der bayerischen Teilnehmer_innen und das rege Interesse der Vertreter_innen europäischer Institutionen und Organisationen gegenüber der bayerischen Jugendarbeit war riesig!

Pressemitteilung

Folgende Projekte waren dabei und diskutierten diese Themen:

Bilder vom Bayerischen Tag der Jugend in Europa

Auf dem Schirm: Jugend gestaltet Europa

Am 30. Mai 2016 präsentierte sich der Bayerische Jugendring in der Bayerischen Vertretung unter dem Titel "On the radar: Youth shapes European politics – Auf dem Schirm: Jugend gestaltet Europa" in Brüssel. Mit dabei waren Praxisprojekte aus Bayern aus der Jugendverbandsarbeit, aus Jugendringen, aus der kommunalen Jugendarbeit sowie der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Pressemitteilung

Diese Projekte aus der bayerischen Jugendarbeit waren dabei:

YouthCORE 2014: Erste europäische Jugend-Umweltkonferenz auf der Burg Schwaneck

YouthCORE 2014: Erste europäische Jugend-Umweltkonferenz auf der Burg Schwaneck
Ein Projekt des Kreisjugendring München-Land (Umweltstation Naturerlebniszentrum (NEZ) in Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte am Tower) im Rahmen der 11. Konferenz der regionalen Umweltminister Europas ((www.encore.bayern.de)

Film zum Projekt

Zum ersten Mal in der Geschichte von ENCORE, der Konferenz der regionalen Umweltminister_innen Europas, wurde im Vorfeld der Ministerkonferenz auch eine Jugendumweltkonferenz (YouthCORE) durchgeführt. YouthCORE 2014 wurde mit Mitteln zur „Förderung von Umweltstationen in Bayern" finanziert.

Die Umweltstation „Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck" übernahm in Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte am Tower (beides Einrichtungen des Kreisjugendring München-Land) die pädagogische Leitung und entwickelte nach Maßgabe der vom Europareferat des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (Organisator von ENCORE 2014) vorgegebenen Zielsetzung das YouthCORE-Konzept im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

An YouthCORE 2014 nahmen 40 Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus insgesamt 17 europäischen Regionen teil. Sie tauschten im Rahmen der fünftägigen Konferenz Wünsche und Ideen für eine zukunftsorientierte Umweltpolitik in den Regionen Europas aus und formulierten in einer Zukunftswerkstatt zentrale Forderungen an die ENCORE-Minister_innen.

Bei der Eröffnungsveranstaltung zu ENCORE 2014 wurde der Forderungskatalog nach einer 20-minütigen Präsentation offiziell an die ENCORE-Präsidentschaft unter Leitung von Herrn Staatsminister Dr. Marcel Huber und an die teilnehmenden ENCORE-Minister_innen übergeben. Die erste Jugend-Umweltkonferenz hat viele politische Forderungen aufgestellt, die in Positionspapieren und kurzen überzeugenden Medienclips ausgedrückt wurden und von denen einige durch die Schirmherrin Prinzessin Laurentien von den Niederlanden besonders gelobt wurden:

- Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors in allen Umweltfragen und v.a. der Reduzierung von CO2-Emmissionen

- Wirtschaftliches Wachstum braucht nachhaltige Alternativen zu Ressourcenverbrauch und Müllproduktion z.B. durch das Produktionsprinzip „cradle to cradle" und eine Wende zu neuen Wohlstandsmodellen

- Biodiversität erhalten, u.a. durch eine grünere und nachhaltigere Stadtplanung, Erhalt und Ausbau regionaler Lebensmittelproduktion und Bio-Landwirtschaft

- Bedeutung der Umweltbildung auf allen Ebenen

ScoutNet 2016 - Empowerment for Europe

ScoutNet 2016 - Empowerment for Europe
Ein Projekt von Pfadfinderbund Weltenbummler e. V. in Kooperation mit Pfadfinderverbänden aus dem UK, den Niederlanden, Polen und Litauen

Das Seminar "ScoutNet 2016 - More Empowerment for Europe" richtet sich an Multiplikatoren der Jugendarbeit/Pfadfinderarbeit, also an aktive ehrenamtliche Jugendleiter in den Pfadfinderverbänden der Projektpartner (DE, NL, PL, UK und LT). Das Seminar findet im Zeitraum 05. - 09.03.2016 in Visaginas/Litauen statt. Unser Ziel ist es, das lose und seit einigen Jahren bestehende Netzwerk dieser Jugendverbände zu konsolidieren. Wir wollen mit dem ScoutNet 2016-Seminar den thematischen Fokus auf die europäische Komponente im allgemeinen legen und in Anknüpfung an das Seminar von 2015 vertiefen. Im speziellen verfolgen wir folgende Ziele:

- Information und Bewusstsein schaffen in den Strukturen der Partnerverbände für die aktuelle jugendpolitische Entwicklung auf europäischer Ebene sowie für die Rolle der Jugendverbände (am Beispiel der Pfadfinderbewegung) in diesem Prozess,

- Empowerment zur kontinuierlichen Einbeziehung der europäischen Komponente bei den Partnern und im Netzwerk, nicht nur durch Information sondern darüber hinaus durch konkrete Methoden und Instrumente (zum Beispiel Youthpass),

- Das Verständnis der Jugendleiter in allen beteiligten Ländern für ihre Rolle und ihr Potenzial in der non-formalen Bildung und außerschulischen Jugendarbeit wecken und stärken,

- intensive Auseinandersetzung mit den Themen non-formale Bildung, Begleitung und Evaluierung non-formaler Lernprozesse sowie Partizipation _aller_ Jugendlicher

- die Ziele des Netzwerkes ScoutNet (Pflege des freundschaftlichen Austausches, Förderung des internationalen Jugendaustausches und Voneinander Lernen) überarbeiten, die europäische Komponente weiter einbeziehen und mehr und mehr Ehrenamtliche und Jugendleiter mit den Themen der europäischen Jugendpolitik vertraut machen, ihnen den link zur Praxis der Pfadfinderarbeit und zum internationalen Pfadfinderaustausch aufzeigen.

Jugendarbeit ohne Rassismus: Eine interkulturelle Sportnacht des SJR Regensburg

Jugendarbeit ohne Rassismus
im Rahmen von Flüchtlinge werden Freunde: Eine Interkulturelle Sportnacht

Ein Projekt des Stadtjugendring Regensburg in Kooperation mit u.a. Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Alevitische Jugend, Bayerische Sportjugend Regensburg, Alpenvereinsjugend, Regensburger Schülervereinigung und weiteren zehn Kooperationspartnern.

Das Event fand in der Dreifachturnhalle Königswiesen in Regensburg statt. Von 19:30 bis 24:00 Uhr konnten die jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren u.a. junge Geflüchtete aus Regensburg gemeinsam Sport treiben und bei Mitmachaktionen dabei sein. Zum Ende des Abends spielte die Band "Colours of Water" ein Live-Konzert. Der Eintritt war frei. Insgesamt waren 230 Menschen auf der Veranstaltung.

ANTI/Rassismus\KOFFER

Der Stadtjugendring Regensburg bezieht in der Präventionsarbeit eindeutig Stellung gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz und möchte ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige in der Kinder- und Jugendarbeit mit diesem Projekt unterstützen, sich gemeinsam stark zu machen!

Jugendrat Geretsried

Jugendrat Geretsried
Ein Projekt der Stadt Geretsried

Anfang März 2015 wurden von der Stadt Geretsried 1 763 Wahlberechtigte (= Kinder und Jugendliche aus Geretsried) angeschrieben. In diesem Schreiben wurden sie dazu aufgerufen, sich als Kandidatinnen/Kandidaten für den 1. Jugendrat der Stadt Geretsried aufstellen zu lassen. Kandidieren konnten alle Geretsriederinnen und Geretsrieder zwischen 12 und 18 Jahren unter Angabe ihrer persönlichen Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum), Schulform/Ausbildungs-form/Studienrichtung, Hobbies, Foto und Ideen, die die-/derjenige in der Amtszeit gerne umsetzen möchte. Alle Kandidatinnen und Kandidaten wurden daraufhin per Plakat an allen Geretsrieder Schulen, in den Jugendeinrichtungen, in den städtischen Einrichtungen sowie auf der Homepage der Stadt und in der Presse veröffentlicht. 20 Kinder/Jugendliche stellten sich zur Jugendratswahl auf.

Die Wahlunterlagen gingen allen wahlberechtigten Kindern und Jugendlichen automatisch per Post zu. Vom 15. bis zum 29. April 2015 konnte per Briefwahl oder persönlich im Rathaus (in einer Wahlkabine) gewählt werden. Pro Stimmzettel konnten bis zu 10 Stimmen vergeben werden (1 Stimme pro Kandidat). Das offizielle Wahlergebnis wurde beim Wahlabend am 30. April 2015 unter Anwesenheit von Hr. Alexander Radwan (Bundestagsabgeordneter), Hr. Klaus Barthel (Bundestags-abgeordneter), Hr. Martin Bachhuber (Mitglied des Bayerischen Landtages), Hr. Florian Streibl (Mitglied des Bayerischen Landtages) sowie unter Anwesenheit des Ersten Bürgermeisters der Stadt Geretsried, des Leiters des Amtes für Jugend und Familie (Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen), einiger Stadträte, Kandidaten-Eltern, Vertreterinnen und Vertretern der Presse sowie von Interessierten im Rathaus Geretsried bekannt gegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 23,9 %, d.h. 421 Stimmzettel wurden abgegeben.

Die Sitzungen des Jugendrates sind grundsätzlich öffentlich und finden ca. im 6-Wochen-Rhythmus in den Räumen des Rathauses Geretsried statt. Entscheidungen werden per Handzeichen durch einfache Mehrheit getroffen (die Jugendreferentin sowie die Stadtjugendpflege verfügen über kein Stimmrecht). Über die Sitzungen werden Protokolle geführt, die über das Sitzungsportal der Stadt Geretsried veröffentlicht werden.

Alle Infos

Warum ein Jugendrat in Geretsried?

    • er ist Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche in Geretsried
    • er vertritt die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Geretsried
    • er hat die Möglichkeit, etwas für alle jungen Geretsriederinnen und Geretsrieder auf die Beine zu stellen
    • er kann Projekte umsetzen, die Kinder und Jugendliche in Geretsried interessieren
    • er berät die Gremien des Stadtrates bei allen wichtigen Angelegenheiten, die Kinder und Jugendliche betreffen

    Was ist der Jugendrat?

    • der Jugendrat besteht aus mindestens 6 und maximal 10 Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren, die in Geretsried wohnen
    • er wird für 3 Jahre gewählt
    • er wird von der Jugendreferentin und der Stadtjugendpflege unterstützt
    • ihm wird von der Stadt Geretsried ein eigenes Budget in Höhe von 5.000 €jährlich zur Verfügung gestellt.

    Welchen Job haben die Jugendräte?

    • Beteiligung an den Jugendratssitzungen ca. alle 6 Wochen
    • an der Umsetzung von Projekten aktiv mitarbeiten
    • Verantwortung für ein Budget von 5 000,- €im Jahr
    • Entscheidungen nach besten Wissen und Gewissen und zum Wohle aller in Geretsried lebenden Kinder und Jugendlichen treffen

    Was macht der Jugendrat?

    Kurz nach seiner Wahl Ende April 2015 beteiligte sich der Jugendrat im Juni 2015 mit einem Verkaufsstand von „lushys" am Kinder- und Jugendtag (einem Fest in Geretsried, um Familien, Jugendlichen und Kindern das riesige Angebot an Freizeitgestaltungs- und Infomöglichkeiten in und um Geretsried näherzubringen). Darüber hinaus nutzte der Jugendrat dabei die Gelegenheit und ließ die Kinder und Jugendlichen darüber abstimmen, welcher Film bei dem Open Air-Kino im Oktober gezeigt werden sollte.

    Am 2. Oktober 2015 gab der Jugendrat sein Debüt mit der Organisation seiner ersten eigenen Veranstaltung! Er organisierte ein Open Air-Kino – das gab es noch nie in Geretsried!

    Wenig später verbrachte der Jugendrat ein gut gelauntes Team-Wochenende in einer Hütte am Staffelsee. Dies wurde dazu genutzt, sich vor allem besser kennenzulernen, aber auch, um ein Feedback zum ersten großen Event (dem Open Air-Kino) zu geben, die zu wählenden Ämter vorzustellen (zwei gleichberechtigte Sprecher/innen, eine/n Kassenführer/in und eine/n Schriftführer/in) und die nächsten Projekte zu besprechen.

    Mitte Oktober beteiligte sich der Jugendrat mit seinem Stand „asteln mit Naturmaterialien" am Waldfest in Geretsried. Die Jugendräte bastelten dort mit den kleinen Besuchern herbstliche Lichter und Bilderrahmen.

    Ebenfalls im Oktober 2015 wurde der Jugendrat zum „Planungs- und Informationsabend Künnekeweg" des Bauamtes der Stadt Geretsried eingeladen. Auf dem Areal musste wegen des Neubaus einer Kindertageseinrichtung ein Kinderspielplatz versetzt werden. Die Planungsgruppe lud den Jugendrat ein, um zu erfahren, welche Gestaltungsideen aus Sicht der Kinder und Jugendlichen in die Planung einbezogen werden sollen.

    Beim Besuch des eintägigen Workshops „iele Jugendliche beteiligen" des Kreisjugendrings Bad Tölz-Wolfratshausen im November 2015 konnten sich die Jugendräte interessante Anregungen holen, wie das Gremium möglichst viele Kinder und Jugendliche in Meinungsfindungsprozessen beteiligen kann.

    In der Sitzung im November 2015 wählte der Jugendrat die Ämter: zwei gleichberechtigte Sprecherinnen, eine Kassenführerin und eine Schriftführerin.

    Im November gestaltete der Jugendrat einen Kalender für das Jahr 2016. Der Jugendrat bildete darin die verschiedenen Arbeitsbereiche der Stadtverwaltung Geretsried auf eine lustige, ironische Art und Weise ab. Der Kalender wurde in der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2015 verkauft. Der Erlös, der über die Fertigungskosten hinausging, wurde an eine junge, krebskranke Mutter aus Geretsried gespendet.

    In der Sitzung am 21. Januar 2016 thematisierte ein Mitglied des Jugendrates die schlechte Busverbindung zwischen Geretsried und der Kreisstadt Bad Tölz. Aktuell führt er eine Erhebung durch, wie viele Schülerinnen und Schüler diese Busverbindung nutzen und wie lang die Wartezeiten sind.

    In seinen Sitzungen beschäftigt sich der Jugendrat aktuell mit der Organisation und Durchführung von regelmäßigen Angeboten für junge Asylbewerberinnen/ Asylbewerber und alle interessierten jungen Geretsriederinnen und Geretsrieder. In einer Jugendratssitzung gab es dazu eine Ideensammlung. Das Projekt wird ab dem 18. März 2016 begonnen und regelmäßig einmal monatlich in Form eines 2-stündigen Angebotes für junge Asylbewerberinnen/Asylbewerber und alle interessierten jungen Geretsriederinnen und Geretsrieder durchgeführt. Das werden Brettspiele oder Bastelangebote sein wie auch Tanzchoreografien, Basketball, Fußball und vieles mehr.

    Im Rahmen des Geretsrieder Kulturherbstes (eine Veranstaltungsreihe für Kunst, Kabarett und Theater) möchte der Jugendrat einen Abend für Jugendliche gestalten. D.h. er wird per Voting durch die Geretsrieder Jugendlichen abstimmen lassen, welche Bands, Acts und/oder DJ´s an diesem Abend auftreten sollen.

    Auf Einladung von Herrn Florian Streibl (Bezirksvorsitzender der Freien Wähler Oberbayern, Mitglied des Landtages) wird der Jugendrat am 4. April 2016 zum Landtag nach München fahren. Herr Streibl möchte erfahren, welche Wünsche und Forderungen der Jugendrat gegenüber der Politik hat. Damit auch andere Kinder und Jugendliche aus Geretsried die Gelegenheit haben, mitzufahren und mitzudiskutieren, wird der Jugendrat mit einem großen Bus zum Landtag fahren.

    Darüber hinaus wird der Jugendrat aktuell am Projekt „Zentrumsstärkung Karl-Lederer-Platz/Egerlandstraße" beteiligt. Hier kann er Ideen und Anregungen zum Thema Wohnungsbau und Gestaltung öffentlicher Plätze aus Sicht der Kinder und der Jugend in die Planung einbringen.

    In der Sitzung des Jugendrates am 25. Febr. 2016 stellte der Mobile Jugendarbeiter das von ihm gewünschte Jugendintegrationsprojekt „Willkommen am Johannisplatz" vor. (Der Johannisplatz in Geretsried besteht aus dicht besiedeltem Wohnraum. Immer wieder kommt es aufgrund von Lärm und Vermüllung zu Diskrepanzen zwischen Jugendlichen und anderen Anwohnern). Der Mobile Jugendarbeiter bat den Jugendrat um seine Einschätzung. Der Jugendrat stimmte der Einschätzung des Mobilen Jugendarbeiters zu, dass es für Jugendliche in Geretsried (außerhalb der beiden Jugendzentren) wenig Treffpunkte gibt. Jugendliche sind im öffentlichen Raum wenig geduldet. Der Jugendrat sprach sich daher mehrheitlich dafür aus, am Johannisplatz einen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen. Am 8. März fand eine Ortsbesichtigung statt. Der Jugendrat wird sich in den nächsten Sitzungen mit den Vor- und Nachteilen dieses Treffpunktes sowie mit Lösungsvorschlägen befassen.

    Deutsch-Französischer Jugendaustausch der offenen Jugendarbeit

    Deutsch-Französischer Jugendaustausch der offenen Jugendarbeit
    Ein Projekt der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Landshut und des European Teenagers Meeting

    Internationale Jugendbegegnungen und internationaler Jugendaustausch haben das Ziel, junge Leute aus verschiedenen Ländern und Kulturen miteinander in Kontakt zu bringen. Die Partizipation und Integration junger Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Hintergründen sowie die Öffnung der Gesellschaft und ihrer Institutionen sind wichtige Herausforderungen für eine nachhaltige gesellschaftliche Perspektive in Europa, aber natürlich auch vor Ort in unserem Fall im Landkreis Landshut und in Changè .

    Studien belegen dass Teilnehmer von internationalen Maßnahmen nach den Begegnungen offener gegenüber „fremden" Menschen sind und unbekannte Situationen besser bewältigen können. Mit den interkulturellen Erfahrungen machen sich die Jugendlichen auch fit für die Anforderungen einer globalisierten Arbeitswelt.

    Die Kommunale Jugendarbeit wurde von einem Jugendzentrum aus Frankreich angeschrieben mit der Bitte um Kooperation um eine Deutsch – Französische Begegnung durchzuführen. Gute Vernetzung und Planung mit einem Vorlauf von sieben Monaten machten es möglich, dass der Landkreis Landshut im Juli Gastgeber für 16 französische Jugendliche aus Changè, Frankreich und deren Betreuer wurde. Die Gruppe wurde mit den Besucher Gruppen aus dem Jugendtreff Altdorf und Jugendtreff Kumhausen vernetzt und man verbrachte die Woche mit einem gemeinsamen Programm.

    Es ist einzigartig, dass zwei Jugendtreffs aus dem Landkreis Landshut nun internationale Beziehungen in Europa geknüpft haben. Dementsprechend positiv waren die Rückmeldungen der Teilnehmer selber, der Fachkräfte und auch der Öffentlichkeit.

    Von den Fachkräften in der Jugendarbeit auf bayerischer wie auf französischer Seite wurde der Wunsch laut, eine dauerhafte Partnerschaft im Bereich der Jugendarbeit schaffen zu wollen. Eine Brücke zwischen communauté de communes du pays sud-est Manceau und dem Landkreis Landshut der durch internationale Jugendbegegnungen und Fachkräfte Austausch und Vernetzung mit Leben gefüllt werden soll.

    Im Sommer 2015 fand wie bereits beschrieben der erste Besuch der 16 französischen Jugendlichen statt. Die bayerischen Jugendlichen stellten sich und ihre Heimat vor. Dieses Jahr wird diese Gruppe nach Le Mans fahren und dort von den französischen Jugendlichen, die sich mittlerweile zu einem Jugendverein zusammen geschlossen haben, beherbergt werden.Die französische Kultur soll miteinander vor Ort erlebt werden und besonders die Region des «Pays de la Loire», Le Mans und Umgebung sollen gemeinsam erkundet werden. Der Grundgedanke ist auch hier wieder der Austausch und das Entdecken des anderen oder des vermeintlich «Anderen».

    Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratie im Landkreis Cham

    Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratie im Landkreis Cham
    Ein Projekt der Fachstelle „Prävention“ am Amt für Jugend und Familie im Landratsamt Cham

    Zur Vorbeugung jeder Form von politischem Extremismus und zur Demokratie-Erziehung werden Projekte gefördert. Ein niederschwelliger Zugang soll Interessierte bewegen sich mit Toleranz und Demokratie auseinanderzusetzen. Eine finanzielle Förderung bis zu 500.-€ wird gewährt. Diese gewährt der Landkreis Cham aus  Haushaltsmitteln im Rahmen seiner präventiven Jugendhilfeaktivitäten.

    Eine vielfältige Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Demokratie, Toleranz, Zeitgeschichte ist möglich.

    Förderung von Demokratie und Toleranz basierend auf der Geschichte Deutschlands eingebettet in Europa. Förderung reflektierenden Handelns. Rückschlüsse, „Aus – Fehlern- lernen“, Ressentiments entgegenwirken, Rassismus reflektieren und Entgegenwirken. Sich für demokratische Ideen öffnen.

    Junge Teilnehmerinnen berichten von "Auf dem Schirm":

    Reportage von Clarissa Juse

    Wie die bayerische Jugendarbeit die Europapolitik aufmischen will
    Ein „Lobbying-Abend“ im Prunkschlösschen der Bayerischen Vertretung in Brüssel

    Es ist ein grauer Spätnachmittag in Brüssel Ende Mai 2016. An den Fensterscheiben hängen Regentropfen, in denen sich das rote Licht der Ampeln verfängt. Ich befinde mich mit 13 anderen vielseitig journalistisch interessierten jungen Menschen in dem „VIP-Reisebus“, der uns von München über Nürnberg, Bonn, Maastricht und Aachen nach Brüssel gebracht hat. Der LED-Sternenhimmel an der Decke des Busses glitzert beruhigend, während sich langsam aber sicher eine gewisse Unruhe ausbreitet: Wir stehen nun seit einer Stunde im Stau der Brüsseler Rushhour – für einen Weg, der uns eigentlich nicht mehr als zehn Minuten hätte kosten sollen. Und unser Ziel ist eine Veranstaltung in der „EU-Bubble“ – der eigentliche Grund für unseren Aufenthalt in Brüssel.

    Direkt neben dem Brüsseler EU-Parlament, einem monumentalen, grau-blau-gläsern verspiegelten Komplex thront das Prunkschlösschen der „Bayerischen Vertretung bei der EU“. Auf sanft geschwungenen und akkurat angelegten Wegen gelangen wir durch einen kleinen Park zum hübschen sandfarbenen Gebäude des Freistaats Bayern. Es gibt Erker und Türmchen und vor dem pompösen Eingang, der etwas an die Adeligenanwesen aus deutschen Vorabendserien erinnert, blühen weiße Rosen. Im Innenhof sorgen orange Biertischgarnituren für die gewisse bayrische Bodenständigkeit – allerdings sehen auch diese hochwertiger und glänzender aus, als jede Bierbank, die ich in Bayern je gesehen habe.

    Komplett durchnässt vom belgischen Regen stolpern wir mit über einer Stunde Verspätung in die Veranstaltung. Anscheinend sind wir jedoch die einzigen, die die Stausituation in den frühen Abendstunden hier nicht kennen, alle anderen waren pünktlich. Der warme, ovale Saal mit viel hellem Holz ist fast bis auf den letzten Platz besetzt – nicht schlecht für eine Lobby-Veranstaltung. Wie viele Gäste sich tatsächlich für das Thema interessieren oder nur wegen des guten Rufs des Caterings in der Bayerischen Vertretung gekommen sind, kann ich nicht sagen. Feststeht aber, dass wir die Eröffnungs- und Grußworte des Herrn Staatssekretär Hintersberger und des Präsidenten des Bayerischen Jugendrings Matthias Fack mehr als verpasst haben. Auf der Bühne ist die Fishbowl-Diskussion bereits in vollem Gange.

    Initiator dieser offiziellen Abendveranstaltung ist der Bayerische Jugendring (BJR), eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der BJR ist die Arbeitsgemeinschaft aller Jugendgemeinschaften und -initiativen im Freistaat und in ganz Bayern mit über hundert Stadt-, Kreis- und Bezirksjugendringen vertreten. Im Namen der Jugendarbeit setzt sich der BJR aktiv für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein – es geht um Dinge wie politische Partizipation, Jugendförderung, Bildung, Migration, Sozialpolitik... schlicht um alle möglichen jugendpolitisch relevanten Themen. Und damit diese Wünsche und Forderungen für ein jugend- und zukunftsfreundlicheres Europa nicht irgendwo auf der Strecke zwischen Bayern und Brüssel verloren gehen, hat der BJR nun eine Referentin für Europäische Jugendpolitik in Brüssel stationiert und ein Europabüro in der „EU-Bubble“ eingerichtet. Die Aufgabe der Referentin Lea Sedlmayr ist es, in Brüssel Lobbyarbeit zu leisten. Sich mit den wichtigen Leuten zu umgeben und die EU-Politik im Sinne der Jugend zu beeinflussen. Gemeinwohlorientiertes Lobbying sozusagen, im Gegensatz zu den unzähligen Vertretern großer Konzerne, die sich oft für nichts anders als die Steigerung ihres eigenen wirtschaftlichen Profits interessieren. Auf dem Podium diskutieren nun der BJR-Präsident Matthias Fack, Jens Nymand Christensen, stellvertretender Generaldirektor für Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission und die beiden Europaparlament-Abgeordneten Maria Noichl (SPD) und Markus Ferber (CSU). Ein fünfter Stuhl steht leer daneben, auf ihm darf jede und jeder zeitweise Platz nehmen und mitdiskutieren. Interaktiv, partizipativ also. Noch eine weitere Stunde wird debattiert. Es geht um eine neue Jugendstrategie ab 2018 und Erasmus+. Nachdem sich Christensen positiv darüber äußert, ist die Stimmung schon einmal gut. Geschlossene Grenzen will keiner der Diskutanten, aber sie sind sich auch einig, dass die von der EU beschlossene nötige Verteilung der Geflüchteten leider nicht wirklich umgesetzt wird. Ein Gast von den Pfadfindern setzt sich dazu und stellt fest, dass Partizipation der Jugend nur dann umgesetzt werden kann, wenn die bürokratischen Hürden, z.B. für Projektförderung, abgebaut würden. Generell gibt es einige rechtliche EU-Besonderheiten, die der Jugendarbeit zu schaffen machen. Frau Noichl hält Bildung für ein äußerst wichtiges Thema – diese „macht die Bilder im Kopf bunter“ – und sollte daher EU-Aufgabe sein. Man merkt, dass alle Diskutanten grundsätzlich sehr positiv gegenüber Jugendthemen eingestellt sind. Ein junger Mann vom Regensburger Stadtjugendring setzt sich dazu und stellt jedoch fest, dass vieles der früher beschlossenen Dinge eher Floskeln gewesen wären und schöne Ideen wie z.B. der „strategische Dialog“ der Politik mit der Jugend vor Ort kaum funktionierten. Noichl plädiert daraufhin bezüglich Partizipation dafür, dass die Brüsseler Abgeordneten statt ihren „Spezln“ vom Kegelverein lieber öfter Jugendliche aus ihren Wählerkreisen nach Brüssel einladen sollten. Christensen spricht noch ein zukunftsfrohes letztes Wort und dann ist der offizielle Teil der Veranstaltung „Auf dem Schirm: Jugend gestaltet Europa mit“ auch schon vorbei.

    Nun folgt der angenehme Teil: Es ist mittlerweile nach 20 Uhr. Die Anwesenden haben Hunger. Wie gut, dass im Foyer schon ein reich gedecktes Buffet mit klischeehaft bayerischen Speisen wartet: Nudelsalat mit Schinken, Schnitzel und Nürnberger Rostbratwürstchen. Und obwohl sich selbst im tiefen Bayern nachhaltige Vegetarierbewegungen immer mehr durchsetzen, müssen sich diese hier in der Bayerischen Vertretung mit trockenen Brezen und Linsen begnügen. Dazu gibt es natürlich kühles, frisch gezapftes Bier, fränkischen Wein und Saftschorlen einer bayerischen Safterei.

    Um die Vielfalt der Jugendarbeit anschaulich zu machen, hat der BJR zahlreiche Vertreter aus Bayern anreisen lassen, die ebenfalls im Foyer neben dem Buffet ihre Stände aufgebaut haben: der Stadtjugendring Regensburg belegt mit einer großen Zeitungswand seine zahlreichen Aktivitäten und baut Türmchen aus süßem Senf. Die Gemeinde Geretsried bei München hat einen eigenen Jugendrat und stellt ihre Erfahrungen damit am Stand nebenan vor. Außerdem ist die kommunale Jugendarbeit des Landkreis Landshut sowie das Youth Conference Projekt der Burg Schwaneck vertreten. Draußen vor der Tür stapeln sich Regenschirme, doch das nass-kalte Wetter macht besonders einer Gruppe nicht allzu viel aus: den Pfadfindern. Sie haben im Innenhof ein Jurtenzelt aufgebaut und ein Lagerfeuer entfacht, das gemütlich orange vor sich hin glüht und knistert. Eine kleine Gruppe Pfadfinder in ihrer traditionellen Kluft steht mit Gitarre vor der Jurte und singt Lagerfeuerlieder. Frau Noichl gesellt sich für eine Runde „Über den Wolken“ zu ihnen und singt lauthals mit – ein schönes Bild.

    Während im leeren Vortragssaal Vorstandsmitglieder der Jugendinstitutionen auf eine Torwand kicken, wird sich in den restlichen Räumen der Bayerischen Vertretung angeregt unterhalten. Es herrscht ein dichtes Gedränge, Bier und Wein fließen, man könnte fast vergessen, dass es ein Montagabend ist. Eine Stunde nach Ende der Podiumsdiskussion wird der Nachtisch serviert und es gibt immer noch genug Gesprächsmaterial. Erst nach 22 Uhr löst sich die Masse langsam auf.

    Die BJR-Vertreter ziehen ein gemischtes Fazit. Natürlich freuen sie sich über das zahlreiche Erscheinen der Gäste. Auch die Fish-Bowl-Diskussion mit den jungen Mitdiskutanten lockerte die Atmosphäre des „verkopften EU-Brüssels“ etwas auf. Alle waren positiv überrascht, wie offen und zugänglich die Politiker und Kommissionsmitglieder waren. Echte Schlüsse aus den Worten lassen sich für die Jugendvertreter aber auch nicht unbedingt ziehen. Uns 14 redaktionell begeisterte junge Erwachsene hat der Abend in dieser „EU-Bubble“ aber beeindruckt. Bleibt nur auch bei uns die Frage, ob hinter den positiven Worten der politischen Vertreter tatsächlich substanzielle Verbesserungen stecken oder alles leere Phrasen waren.

    Reportage von Antonia Neumeier

    Die Jugend auf dem Schirm
    Ein Abend der bayerischen Jugendarbeit in Brüssel ­– und ich mitten drin

    Platsch, platsch, platsch – überall fallen Regentropfen auf den Boden. Von meinem Schirm prallen sie ab und tropfen auf die Erde. Die ganzen zwei Tage, die wir hier in Brüssel schon verbracht haben, endeten immer mit durchnässten Schuhen und kalten Ohren. Das "wir" ist eine kleine, aber feine Truppe. Ein paar abenteuerlustige Jugendliche und ihre Verstärkung, die sich auf den Weg von München über Nürnberg, Würzburg, Bonn und Maastricht in die große Hauptstadt Europas gemacht haben. Auf unserer Reise befragten wir Menschen zu Europa – politisch aktiv oder politikverdrossen, auskunftsfreudig oder Mikrophon-scheu. Meinungen zu der europäischen Gemeinschaft waren dabei genau so gefragt, wie neue Strophen für die Europa-Hymne oder Gedanken zu den Menschenrechen. Als ich in eine Pfütze trete, komme ich aus meinen Gedanken an die vergangenen Tage zurück ins Jetzt und damit auf die nass-graue Straße. Vor mir öffnet sich die Tür zum großen, majestätischen Gebäude der Bayerischen Vertretung und zusammen mit den anderen betrete ich die warmen Räume. Wir schälen uns aus den triefnassen Klamotten. Die Veranstaltung hat bereits angefangen und so schlüpfen wir unauffällig in den Hauptsaal. Im hinteren Saalteil sehe ich zwei Simultan-Übersetzerinnen im vollen Einsatz. Vorne stehen Banner mit lächelnden Menschen und Sätzen, wie dem Titel des Abends: „Auf dem Schirm: Jugend gestaltet Europa mit". Auf dem Podium sitzen um eine Moderatorin herum der Präsident des Bayerischen Jugendrings Matthias Fack, Markus Ferber aus dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament und neben ihm die einzige Frau der Runde, Maria Noichl, aus dem Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament. Auf dem letzten Stuhl der Diskussionsrunde ergreift Jens Nymand Christensen aus der Europäischen Kommission gerade das Wort. Die Jugendstrategie ist ein wichtiges Dokument, betont er auf Englisch. Von der "Jugendstrategie" ist an diesem Abend noch häufiger die Rede. Eine Strategie, wie Jugendliche sich in die europäische Politik einbringen, sich informieren und gesellschaftlich engagieren können. Eines der Hauptziele ist dabei die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt – in ganz Europa. Es wird applaudiert. Auf dem freien Platz neben den Diskutierenden nimmt eine kleine, ründliche Frau mit Brille Platz. Das Format der Fishbowl-Diskussion wird hier erprobt – für die EU-Politiker zum ersten Mal. Die Dame darf sich einfach einmischen und ihre eigenen Fragen stellen. Sie spricht sich gegen Grenzen in Europa aus und bekommt dafür zustimmendes Kopfnicken. So weit sind sich alle einig: Es ist gut, dass innerhalb von Europa keine Pässe mehr kontrolliert werden. Vom Thema Grenzen wendet sich die Diskussion hin zu den Flüchtlingen. Auch wenn die Flüchtlingswelle abgeflacht sei, dürfe man die angekommenen Flüchtlinge nicht aus den Augen verlieren, sie nicht unter den Tisch fallen lassen. Der freie Stuhl wird wieder gerückt und Pascal, ein Junge aus unserer Reisegruppe gesellt sich in die Diskussionsrunde. Er kritisiert die politische Bildung an Schulen und meint, man solle schon in der dritten Klasse damit beginnen. Auch wirft er ein: „Vielleicht sollte man schon mit 16 wählen dürfen". Er begründet das mit der xenophoben Art der älteren Generation und den politischen Folgen, die in ganz Europa zurzeit spürbar sind – etwas das seine, die junge Generation kaum nachvollziehen kann. Das dritte große Thema bringt der Vorsitzende des Stadtjugendrings Philipp Seitz an den Tisch: Wie können europäische Projekte und vor allem Bildungsfahrten einfacher gefördert werden? Frau Noichel rät, sich an den entsprechenden Europa-Abgeordneten direkt zu wenden. Vor allem müssten die Jugendlichen selbst aktiv werden, pflichten alle bei. Die Moderatorin wirft noch ein paar Fragen in die Runde, die Diskutierenden jonglieren mit Worten und untermalen sie mit kleinen und großen Gesten. Nach einer Weile fasst die Moderatorin die Wünsche zusammen: Mehr Partizipation, zum Beispiel durch ein jüngeres Wahlalter, einfacher zu organisierende Fahrten und ein grenzenloses Europa. Als sich die Anzugträger von der Bühne erheben, drehe ich meinen Kopf und sehe mich im Saal um. In der Zuhörerrunde bemerke ich noch einige nachdenkliche Gesichter und nicht weit von mir entfernt raunt jemand den Satz: „Ich hab ja versucht selbst aktiv zu werden, wurde aber abgeblockt.“ Ein paar andere reiben sich bereits die Bäuche und drücken sich sanft in Richtung Buffet. Als ich mich auf den Weg zu einem kalten Bier mache, fallen mir die nassen Schirme am Eingang ins Auge. Draußen hat es mittlerweile aufgehört zu regnen, es ist dunkel und still geworden. Hier drinnen werden die Diskussionen und Gespräche immer lauter. Ich wünsche mir, dass sie nicht einfach abprallen wie der Regen am Schirm - sondern tiefer einsickern und lange wirken.