Methoden und Materialien für politische Bildungsarbeit

Maßnahmen zur politischen Bildung lassen sich vielfältig und fantasievoll gestalten. Hier finden sich Methodensammlungen, Aktionsideen, inhaltliches Material und vieles mehr.

Methodensammlungen

Die U18-Methodensammlungen enthalten kurze und längere Methoden und Einheiten, die begleitend zur U18-Wahl oder einfach so in der politischen Bildungsarbeit mit verschiedenen Altersgruppen durchgeführt werden können. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern vor allem darum, eigene Ideen und Meinungen zu politischen Fragestellungen zu entwickeln.

Weitere Methoden, die nicht speziell für die politische Bildung konzipiert sind, aber trotzdem kreativ eingesetzt werden können:

Methoden zur Parteisynopse 2018

Welche Parteien gibt es? Welche Positionen vertreten diese? Und wie stehe ich selbst dazu? Mit solchen Fragen kann man sich gemeinsam spielerisch und kreativ auseinandersetzen.

  • "Politik punkten" - Die Aussagen verschiedener Parteien zu einem Thema stehen nebeneinander. Die Teilnehmenden kennzeichnen die Positionen, denen sie am ehesten zustimmen, mit einem Klebepunkt. So entsteht ein anonymes Meinungsbild. Anschließend werden beispielsweise die beliebtesten Statements der jeweiligen Partei zugeordnet oder Pro und Contra der politischen Forderungen diskutiert.
  • "Abstandnehmen. Das ist meine Position!" - Die Teilnehmenden positionieren sich im Raum zu Aussagen verschiedener Parteien. Sie werden sich ihrer eigenen Meinung bewusst und nehmen Stellung, gleichzeitig entsteht ein anschauliches Meinungsbild. (Tipp: Jede_r überlegt erst für sich, wie er zu dieser Aussage steht. Wer mit Nachdenken fertig ist, hebt die Hand. Erst wenn alle die Hand gehoben haben, stellen die Teilnehmenden sich auf.)
  • "Parteimemory" - In einem Memory kann die Zuordnung von Kandidat_innen oder politischen Positionen zur entsprechenden Partei spielerisch erlernt, wiederholt und diskutiert werden. Das Material muss dabei nicht unbedingt vorher vorbereitet werden, sondern kann auch in Kleingruppen von den Teilnehmer_innen selbst recherchiert und gestaltet werden.
  • Die Parteienlandschaft lässt sich auch als Quiz erarbeiten - eine Aussage wird vorgelesen, mehrere Parteien stehen zur Auswahl. Wenn Kleingruppen gegeneinander spielen, muss erst innerhalb der Gruppe diskutiert werden, welche Antwort die richtige ist und warum. Natürlich geht das ganze auch mit Wissensfragen zum politischen System, Anregung dafür bietet das Quizheft Politik der BPB.

Inhaltliche Materialien zum Politischen System

Bei der Bundeszentrale für Politische Bildung findet man Wissensspiele, Lexika, Arbeits- und Themenhefte, die bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden können.

Die Reihe einfach POLITIK erklärt Politik für alle verständlich in einfacher Sprache. 

Materialien zum Unterrichtsthema 'Politisches System der BRD'

Ideen für Veranstaltungen mit Politiker_innen

Nicht alle jungen Menschen sind von sich aus zur Beteiligung an Veranstaltungen mit Politiker_innen motiviert oder besitzen die Selbstsicherheit, in großen Runden ihre Meinung einzubringen oder Fragen zu stellen. Darauf kann auf unterschiedliche Weise reagiert werden, um möglichst viele junge Menschen mitzunehmen. Die folgenden Methoden können dafür Orientierung bieten und zu eigenen kreativen Ideen anregen.

  • Ein Speeddating mit Politiker_innen bietet allen Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Kandidat_innen verschiedener Parteien direkt ins Gespräch zu kommen, ihnen gezielt Fragen zu stellen und diese auch wirklich beantwortet zu bekommen. Umgekehrt haben auch die Kandidat_innen eine Chance, sich nach Themen und Ideen zu erkundigen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Politiker_innen sich nicht direkt in einer Konkurrenzsituation gegenüber stehen, was sich erfahrungsgemäß positiv auf die Gesprächskultur auswirkt.
  • Das World Café kann zum Beispiel genutzt werden, um Themen und Fragen zunächst in kleinen (am besten auch moderierten) Runden zu sammeln und zu diskutieren, in denen alle Teilnehmenden eine Chance haben, zu Wort zu kommen. Die erarbeiteten Fragen können dann wiederum Grundlage für eine Podiumsdiskussion sein.
  • Aufwertung von Podiumsdiskussionen durch Einbeziehung des Publikums: Smileykarten für schnelle Stimmungsbilder, Einsatz von Apps wie Plickers, Kahoot!, Tweedback und Co.
  • Themenwahl: vorhergehende Online-Themenabfrage, Jugendpolitische Forderungen des BJR (und die entsprechenden Positionen aus der Parteiensynopse) als Diskussionsgrundlage

Ausführliche Beschreibungen weiterer Methoden mit hilfreichen Hinweisen finden sich in der Methodensammlung des U18-Netzwerks.

Webtools, Apps und Co.

  • Plickers kann beispielsweise genutzt werden, um sich bei  Podiumsdiskussionen schnell und anonym einen Überblick über Meinungen im Publikum zu verschaffen und die Auswertung in Echtzeit anzeigen zu lassen.  
  • Das Quiztool Kahoot! eignet sich für selbst erstellte Quizfragen, Abstimmungen oder Diskussionen, wenn alle Teilnehmenden über ein mobiles Endgerät verfügen. 
  • Mit Actionbound können interaktive Rallyes für Mobilgeräte selbst erstellt und durchgeführt werden. Solche Rallyes lassen sich beispielsweise auch als politischen Stadtrundgang oder als Suche nach verschiedenen Wahlplakaten konzipieren und damit für politische Bildungsarbeit nutzen. 
  • Tweedback und Mentimeter sind Beispiele für Live-Feedback-Systeme, die auf verschiedenen Wegen für den Austausch zwischen Zuhörern und Rednern auch bei größeren Veranstaltungen genutzt werden können.