Jib Jugendintegrationsbegleiter:innen

Miteinander reden, nicht übereinander: das ist Ziel des Aktionsprogramms ju&mi – Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft des Bayerischen Jugendrings (BJR). Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Fortbildung zum:zur Jugendintegrationsbegleiter:in (Jib) ins Leben gerufen.

Jibs sind junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Durch ihre eigenen Erfahrungen und die Fortbildung sind sie Expert:innen für verschiedene Themen, die geflüchtete und neuzugewanderte Jugendliche beschäftigen, z.B. Identität und Zugehörigkeit, Interkulturalität, Mehrsprachigkeit, Trauma, Rassismus und Diskriminierung.

Dazu halten sie Workshops und Vorträge und geben Beratungen: Einerseits für die Jugendarbeit, die ihre Angebote für geflüchtete und neuzugewanderte junge Menschen öffnen möchte, andererseits für andere junge Menschen, die neu ankommen in Deutschland und hier aktiv werden wollen.

Bisher wurden viermal je zehn Jibs geschult.

Inhalte der Fortbildung

Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit verschiedenen Themen theoretisch und praktisch.

Zum einen geht es um Persönlichkeitsentwicklung: Was sind die eigenen Identität(en) und wie beeinflussen sie das Leben in Deutschland? Wie kann man die eigene Geschichte erzählen? Wie kann man gut kommunizieren und mit Konflikten umgehen? Wie kann man sich empowern, aktiv werden und sich für ein gutes Miteinander engagieren? 

Zum anderen geht es um Themen wie Rassismus, Diskriminierung und das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft: Was bedeutet das für die Jugendarbeit?

Außerdem lernen die Teilnehmenden Methoden zu Präsentation, Moderation, Beratung und Projektmanagement kennen.

Sie vernetzen sich mit verschiedenen Akteuren der Jugendarbeit und verstehen, wie Jugendarbeit in Bayern strukturiert ist.

Selbstverständnis der Jibs

  • Sie haben alle eine Flucht- oder Migrationserfahrung und sind selbst junge Erwachsene.
  • Sie wecken Selbstbewusstsein und Leidenschaften bei Jugendlichen.
  • Sie helfen jungen Geflüchteten und Migrant:innen, aktiver Teil der Gesellschaft zu werden, indem sie das tun, was sie wirklich interessiert.
  • Sie verstehen ihre Denkweise und können mit eigenen Erfahrungen helfen.
  • Sie vermitteln zwischen Migrant:innen, die sich engagieren wollen, und Jugendgruppen, die junge Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie ansprechen wollen.
  • Sie beraten Organisationen, welche Angebote hilfreich sein könnten.
  • Sie halten Vorträge und Workshops, beraten und begleiten.

Jibs buchen für Vorträge, Workshops, Beratungen o.Ä.

Die Jibs stehen der Jugendarbeit zur Verfügung, wenn es um die Umsetzung von Ideen rund um das Thema Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft geht. Zur Vermittlung und zur Beratung zu Fördermöglichkeiten steht die BJR-Projektkoordinatorin von ju&mi gerne bereit.

Jib wurde 2017 vom Kreisjugendring München-Land in Kooperation mit Working Between Cultures ins Leben gerufen. 2022 wurde die Jib-Fortbildung koordiniert von Jibbern. Die Fortbildung wird über das Aktionsprogramm ju&mi des Bayerischen Jugendrings finanziert.