Jib Jugendintegrationsbegleiter:innen

Miteinander reden, nicht übereinander: das ist Ziel des Aktionsprogramms ju&mi – Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft des Bayerischen Jugendrings (BJR). Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 2017 die erste Fortbildung zum:zur Jugendintegrationsbegleiter:in (Jib) angeboten.

Jibs sind junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Durch ihre eigenen Erfahrungen und die Fortbildung sind sie Expert:innen für verschiedene Themen, die geflüchtete und neuzugewanderte Jugendliche beschäftigen, z.B. Identität und Zugehörigkeit, Interkulturalität, Mehrsprachigkeit, Trauma, Rassismus und Diskriminierung.

Dazu halten sie Workshops und Vorträge und geben Beratungen: Einerseits für die Jugendarbeit, die ihre Angebote für geflüchtete und neuzugewanderte junge Menschen öffnen möchte, andererseits für andere junge Menschen, die neu ankommen in Deutschland und hier aktiv werden wollen.

Bisher wurden bereits dreimal je zehn Jib geschult. Auch 2022 absolviert wieder eine Gruppe die Fortbildung.

Inhalte der Fortbildung:

Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit verschiedenen Themen theoretisch und praktisch.

Zum einen geht es um Persönlichkeitsentwicklung: Was sind die eigenen Identität(en) und wie beeinflussen sie das Leben in Deutschland? Wie kann man die eigene Geschichte erzählen? Wie kann man gut kommunizieren und mit Konflikten umgehen? Wie kann man sich empowern, aktiv werden und sich für ein gutes Miteinander engagieren? 

Zum anderen geht es um Themen wie Rassismus, Diskriminierung und das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft: Was bedeutet das für die Jugendarbeit?

Außerdem lernen die Teilnehmenden Methoden zu Präsentation, Moderation, Beratung und Projektmanagement kennen.

Sie vernetzen sich mit verschiedenen Akteuren der Jugendarbeit und verstehen, wie Jugendarbeit in Bayern strukturiert ist.

Selbstverständnis der Jibs:

  • Sie haben alle eine Flucht- oder Migrationserfahrung und sind selbst junge Erwachsene.
  • Sie wecken Selbstbewusstsein und Leidenschaften bei Jugendlichen.
  • Sie helfen jungen Geflüchteten und Migrant:innen, aktiver Teil der Gesellschaft zu werden, indem sie das tun, was sie wirklich interessiert.
  • Sie verstehen ihre Denkweise und können mit eigenen Erfahrungen helfen.
  • Sie vermitteln zwischen Migrant:innen, die sich engagieren wollen, und Jugendgruppen, die junge Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie ansprechen wollen.
  • Sie beraten Organisationen, welche Angebote hilfreich sein könnten.
  • Sie halten Vorträge und Workshops, beraten und begleiten.

Jib wurde 2017 vom Kreisjugendrings München-Land in Kooperation mit Working Between Cultures ins Leben gerufen. Seit 2022 wird die Jib-Fortbildung koordiniert von Basel Asideh, Mitgründer von Jibbern. Basel ist selbst Absolvent der Jib-Fortbildung. Die Fortbildung wird über das Aktionsprogramm ju&mi des Bayerischen Jugendrings finanziert.

Informationen zur Jib-Fortbildung 2022

Wann und wo findet die Jib-Fortbildung 2022 statt?

Von August bis November 2022 gibt es vier Blockseminare mit insgesamt 10 Teilnehmer*innen.

  1. Blockseminar: 05. – 12. August 2022
    Ipsheim: Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck
  2. Blockseminar: 02. – 07. September 2022
    München: Jugendherberge München Park
  3. Blockseminar: 07. – 12. Oktober 2022
    Würzburg: Jugendherberge Würzburg
  4. Blockseminar: 18. – 23. November 2022
    Königsdorf: Jugendsiedlung Hochland e.V.

Jedes Blockseminar fängt am Abend an.

Für das Zertifikat "Jugendintegrationsbegleiter:in" muss an allen Blöcken teilgenommen werden.

Was kostet die Teilnahme?

Die Jib-Qualifizierung ist kostenlos.
Die Kosten für Seminare, Fahrten, Unterkunft und Verpflegung zahlt der Bayerische Jugendring.

Warum lohnt sich die Teilnahme an der Fortbildung?

  • Man bekommt viele neue Kompetenzen, zum Beispiel: Selbstmanagement, Projektmanagement, Konfliktmanagement, interkulturelle Kompetenz.
  • Man beschäftigt sich mit verschiedenen Themen der Jugendarbeit, z.B. Identität, Vielfalt, Kommunikation, Kultur, Werte, Normen, Rassismus und Diskriminierung.
  • Man übt Methoden, die für das eigene Engagement helfen, zum Beispiel: Workshop-Methoden, Beratungsmethoden und Gesprächsführung.
  • Man lernt Organisationen und Menschen aus der Jugendarbeit kennen.
  • Man hat Spaß mit anderen engagierten jungen Menschen und wird Teil des Jib-Netzwerks.
  • Nach der Jib-Ausbildung kann man mit Vorträgen, Beratungen oder Workshops Geld verdienen.
  • Am Ende bekommt man ein Zertifikat für die eigenen Bewerbungsunterlagen.

Wer kann sich bewerben?

  • Fluchterfahrung oder Migrationserfahrung
  • Alter: zwischen 18 und 30 Jahre
  • Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer in Deutschland sind egal
  • Wohnort in Bayern
  • Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1. Wichtig sind vor allem gutes Verstehen und Sprechen
  • Zeit für die Teilnahme an allen Blockseminaren
  • Interesse an der Jugendarbeit und dem Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft
  • Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen ist toll, aber keine Voraussetzung

Wie läuft die Bewerbung?

Der Bewerbungsschluss war am 30.06.2022. Aktuell ist die Bewerbung nicht möglich.

Von wem wird die Jib-Fortbildung organisiert?

Die Jib-Fortbildung ist ein Projekt des Bayerischen Jugendrings und wird koordiniert von Basel Asideh, Mitgründer von Jibbern.

Wer leitet die Jib-Fortbildung?

  • Saraina Weigand macht seit einigen Jahren Bildungsarbeit zu den Themen Rassismuskritik, sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung, Kommunikation, und Gruppenprozessen. Besonders gefällt ihr an der Arbeit mit Gruppen, dass sie nie vorhersehbar ist, da jede Gruppe ihre eigenen Dynamiken hat und der Prozess gemeinsam gestaltet wird!
  • Mohammed Karssli hat selbst an der JIB-Fortbildung im Jahr 2017 teilgenommen und im folgenden Jahr als Trainer mitgearbeitet. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Bildungsarbeit, vor allem zu den Themen Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft, Rassismuskritik und Kommunikation. Mohammed freut sich, dieses Jahr mit seinen Erfahrungen die JIB-Fortbildung mitzugestalten!