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Kommission Queere Jugendarbeit

Die Kommission Queere Jugendarbeit berät die BJR-Vollversammlung und vernetzt die unterschiedlichen Akteur:innen in der Arbeit mit LSBTIQA*-Personen.

Aufgaben der Kommission

Queere junge Menschen sind eine Minderheit, die häufiger Diskriminierung ausgesetzt sind. Um so wichtiger sind für diese Jugendlichen Schutzräume, wie Jugendarbeit sie bieten kann. Damit Jugendorganisationen diese Schutzräume für queere Menschen stellen können, bedarf es fachlicher Beratung und Expertise. Durch die Einrichtung der Kommission sind unterschiedliche Lebensrealitäten (sexuelle, geschlechtliche und amouröse Vielfalt) abgebildet, sodass eine spezifische Perspektive auf queere Thematiken im BJR sicher gestellt ist.

Die Kommission arbeitet laut Einsetzungsauftrag in der BJR-Vollversammlung im März 2025 insbesondere an folgenden Aufgaben und Zielen:

  • Beratung und Unterstützung der BJR-Vollversammlung sowie Vernetzung der Jugendverbände, Jugendringe und Jugendorganisationen bei Themen der queeren Jugendarbeit
  • Stärkung der Selbstorganisation und einer entsprechenden Förderung auf Landesebene
  • Fachpolitische Arbeit zur Umsetzung der beschlossenen Forderungen im Arbeitsfeld
  • Durchführung des Michael Schmidpeter Preises gemeinsam mit dem Jugendnetzwerk Lambda Bayern
  • Durchführung von Fachtagen für Jugendverbände und Jugendringe zu Themen von queeren jungen Menschen
  • Begleitung des Diskussionsprozesses zu einer Satzungsregelung zur Geschlechterverteilung im Landesvorstand
  • Veröffentlichung geeigneter Arbeitsmaterialien zum Thema
  • Weiterarbeit an den Ergebnissen der Studie „How are you“ zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen junger LSBTIQA*-Personen in Bayern
  • Fachliche Begleitung im Umsetzungsprozess des Bayerischen Aktionsplan QUEER
  • Interessensvertretung zu Themen queerer Jugendarbeit gemeinsam mit dem Jugendnetzwerk Lambda Bayern

Zusammensetzung

Profilbild Patrick Wolf
Patrick Wolf, Vorsitzender Kommission Queere Jugendarbeit

Im Rahmen der 166. Vollversammlung im März 2025 wurde die Kommission Queere Jugendarbeit zum zweiten Mal eingesetzt.

Die BJR-Vollversammlung benannte Mitglieder für die Kommission, dabei sind Vertreter:innen von Stadt- und Kreisjugendringen, Bezirksjugendringen und Jugendverbänden. Der Vorsitzende der Kommission heißt Patrick Wolf, i.d.R. nimmt eine Person aus dem Landesvorstand als Verbindung zu diesem Organ an den Kommissionssitzungen teil. In deser Periode übernimmt diese Aufgabe Victoria Altschäffel. Als geschäftsführende Referentin für die Kommission übernimmt Teresa Gebele-Ostermann die inhaltliche und organisatorische Begleitung des Gremiums. 

Der Kommission gehören folgende Mitglieder an:

  • Patrick Wolf, Jugendnetzwerk Lambda Bayern (Kommissionsvorsitzender)
  • Jakob Graf, EJB (Stv. Vorsitzender)
  • Anita Kinscher, LRA Amberg-Sulzbach 
  • Bernhard Rutzmoser, KJR München-Stadt
  • Chris Hess, Queer Niederbayern
  • Emily Klotz, BDKJ Bayern
  • Fabian Dorn oder Lukas Hollering, Jugendnetzwerk Lambda Bayern
  • Lysander Wöhler, diversity (Beratend)
  • Merle Just, ELKB
  • Michael Ponert, KJR München-Land
  • Mona Harangozó oder Caro Eberl, BezJR Oberbayern

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Was hat die Kommission bisher gemacht?

Im Jahr 2023 hat sich die Kommission Queere Jugendarbeit zu zwei Sitzungen getroffen. Im Januar sowie im September berieten sich die aktuell 12-köpfige Kommission an jeweils eintägigen Sitzungen zu den Themen und Schwerpunkten aus dem Arbeitsauftrag der Vollversammlung.

Ein Arbeitsauftrag und wesentlicher Schritt die Vielfalt auch im Landesvorstand abzubilden, ist die Einführung einer „diversen“ Regelung in der BJR-Satzung, die eine gerechte Quotierung sicherstellen soll. Dank der Expertise durch BJR-Justiziarin Yvonne Strecker konnte die Kommission an der Umsetzung dieser Regelung arbeiten, die im Rahmen der 164. Vollversammlung zur Abstimmung eingebracht werden soll.

Einen weiteren Schwerpunkt der Kommissionsarbeit bildete die Vorbereitung und Gestaltung eines Fachtags zum Thema Queere Jugendarbeit. Der ursprünglich für November geplante Fachtag musste nach einer kurzen Bewerbungsphase in den Februar 2024 verschoben werden. Inhaltlich setzt sich der Fachtag mit queersensibler Jugendarbeit auseinander und soll eine breite Zielgruppe von Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen aus Jugendverbänden und -ringen ansprechen.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Studie „How are you – Lebenssituationen von LSBTIQ*-Personen in Bayern“. Diese wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung und der Hochschule Fresenius durchgeführt. Sie umfasst eine quantitative Erhebung mittels eines Online-Fragebogens, der sich auf die Lebenslagen junger LSBTIQ*-Personen in Bayern konzentriert, insbesondere auf ihre Erfahrungen mit Gewalt und Diskriminierung sowie auf ihre spezifischen Bedarfe. Zielgruppe der Studie sind junge queere Menschen zwischen 16 und 27 Jahren aus unterschiedlichen Milieus und Lebenslagen. Um die Qualität und Relevanz der Studie zu gewährleisten, hat sich die Kommission im Fach-Experten:innen-Beirat und im Alltags-Experten:innen-Beirat beteiligt. Diese Beiräte haben sowohl den Fragebogen als auch die Ergebnisse aus fachlicher als auch aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewertet und interpretiert. Neben den Kommissionsmitgliedern wirkten in den Beiräten auch unterschiedliche Expert:innen aus verschiedenen queeren Jugendverbänden und Jugendringen mit. Nach der Veröffentlichung zentraler Erkenntnisse Anfang Dezember 2023, wird der gesamte Ergebnisbericht der Studie im Januar 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Kommission Queere Jugendarbeit veranstaltete 2024 zwei Fachtage. Der erste fand am 3. Februar im Salesianum in München statt, der zweite im November im Gewerkschaftshaus in Nürnberg. Beide Veranstaltungen brachten Fachkräfte und Ehrenamtliche zusammen, um aktuelle Herausforderungen, Bedarfe und Strategien zur queersensiblen Jugendarbeit zu diskutieren. Beide Fachtage wurden in Zusammenarbeit mit dem Jugendnetzwerk Lambda Bayern umgesetzt.

Insbesondere die Veranstaltung im November bot die Gelegenheit, sich über Herausforderungen und Chancen queer-sensibler Jugendarbeit intensiv auszutauschen. Eröffnet wurde derFachtag mit einem inspirierenden Vortrag von Dr. Nils Klevermann von der Universität Siegen, der aufzeigte, wie Schutzräume für queere Jugendliche geschaffen werden können. Fachliche Impulse lieferten zudem Expert:innen von Lambda Mitteldeutschland und dem LSVD+ Verband Queere Vielfalt Bayern.

Ein weiteres Highlight des letzten Fachtags war die Diskussionsrunde mit Abgeordneten des Bayerischen Landtags. Florian Siekmann (Bündnis 90/Die Grünen), Gabi Schmidt (Freie Wähler) und Karl Freller (CSU) bekräftigten ihre Unterstützung für eine finanzielle Stärkung der queersensiblen Jugendarbeit und betonten die Bedeutung des Beteiligungsverfahrens zum Bayerischen Aktionsplan QUEER. In Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz und entwickelten Strategien zur Bekämpfung von Diskriminierung in der Jugendarbeit.

QueerStart: neue Perspektiven

Ein bedeutender Meilenstein war der Start des Projekts „Queer- Start“ des Jugendnetzwerks Lambda Bayern, das mit einer Förderung von 90.000 Euro den Aufbau und die Unterstützung queerer Jugendgruppen in städtischen und ländlichen Regionen Bayerns ermöglicht. Dabei begleiten Peer-to-Peer-Berater:innen lokale Initiativen und helfen bei der Gründung neuer Gruppen.
Die Kommission hat sich in einer Sitzung intensiv mit den Projektverantwortlichen ausgetauscht und unterstützt das Projekt entsprechend, um auf der Grundlage der HAY-Studie sichere Räume zu schaffen und junge Menschen darin zu bestärken, sich zu vernetzen und eine positive Identität zu entwickeln.

Die Kommission Queere Jugendarbeit arbeitet seit der Einsetzung in der Vollversammlung im März 2025 in neuer Zusammensetzung. Im Berichtszeitraum fanden drei reguläre Sitzungen statt: die konstituierende Sitzung am 19. Mai (online) sowie zwei weitere Sitzungen am 26. September in München sowie am 18. Dezember (online), mit der Jahresplanung für 2026. Zwischen den Sitzungen organisierte eine kleinere Projektgruppe den Fachtag.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der fachpolitischen Begleitung der im Arbeitsauftrag festgelegten Ziele. Dazu gehörte unter anderem die Weiterarbeit an der Umsetzung der politischen Forderungen aus dem Arbeitsfeld queere Jugendarbeit sowie die Mitwirkung an der Umsetzung eines Bayerischen Aktionsplans QUEER. Die Kommission stärkte die Selbstorganisation queerer Jugendgruppen und unterstützte deren Förderung. Um das Engagement sichtbar zu machen, vergeben BJR und das Jugendnetzwerk Lambda Bayern Auszeichnungen für gelungene queersensible Jugendarbeit. Zudem wertete die Kommission die Studie „How are you?“ zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen junger LSBTIQA*-Personen aus und entwickelte Ansätze für die Jugendarbeit. Außerdem wirkte die Kommission im Rahmen der Vollversammlungen im März und Oktober als Mitantragstellerin mit und brachte ihre Perspektiven mit ein.

Fachtag: Trans* und Intergeschlechtlichkeit sichtbar machen, verstehen und begleiten
Neben Fachvorträgen zu queerer Jugendarbeit, rechtlichen Informationen zum Selbstbestimmungsgesetz und der Analyse rechtskonservativer Narrative arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops an konkreten Fällen aus der Praxis. Weitere Workshops befassten sich mit Rahmenbedingungen für queere Jugendarbeit sowie mit Handlungsmöglichkeiten gegen Trans*- und Interfeindlichkeit. Abgerundet wurde der Fachtag durch eine Podiumsdiskussion mit politischen Vertreter:innen zum Selbstbestimmungsgesetz. Abschließend bot eine kurze Dragshow einen Einblick in diese faszinierende Kunstform.

Ansprechperson