Gruppenbezogener Schüler:innen-Austausch
Informationen zum Schulaustausch für Mittelschulen, Realschulen und Förderschulen
Schulaustausch wirkt!
Austausch fördert die persönliche Entwicklung und den Erwerb individueller Kompetenzen junger Menschen (Sprache, Selbstvertrauen, Verantwortung, Problembewältigung). Austausch befähigt, sich in einer globalisierten Welt besser zu orientieren, mit fremden Verhaltensweisen umzugehen und offener Vielfalt zu begegnen. Das positive Erleben von Unterschiedlichkeit hat nachweislich biographische Auswirkungen auf die Schüler:innen sowie gesellschaftliche Auswirkungen. Praktiker:innen bestätigen: Die Jugendlichen kommen anders zurück als sie gefahren sind!
Schulaustausch entwickelt sich weiter!
Laut Zugangsstudie (2019) haben 26% der jungen Menschen an mindestens einer internationalen Maßnahme teilgenommen, ob im formalen Kontext (Individueller oder gruppenbezogener Schüler:innen-Austausch) oder im non-formalen Kontext (Jugendaustausch, Freiwilligendienst). Eine weit größere Zahl hat Interesse daran, erstmals oder zum wiederholten Male an einer internationalen Maßnahme teilzunehmen. Dabei ist die Zahl der Gymnasien im Schüleraustausch weit größer als in anderen Schulformen. Die Gründe dafür sind komplex und vielfältig, nicht selten strukturell begründet, oder bedienen sogenannte „Geisterhypothesen“ wie „Das machen nur Gymnasiasten“, „Das dauert mindestens 6 Monate, und sonst bringt es auch nichts.“ oder „Man muss die Sprache des Gastlandes schon gut können.“ Schulaustausch ist für alle Schüler:innen eine wertvolle Erfahrung und es ist erklärtes Ziel, die Schulaustausche auch in Mittelschulen, Realschulen und Förderschulen zu erhöhen. Auch die Schulen profitieren von der Internationalisierung und können von dem Austausch lernen.
Schulaustausch wird gefördert!
Der Bayerische Jugendring fördert aus Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus den Internationaler Schulaustausch. Darüberhinaus kooperiert er mit den Fach- und Förderstellen für Schulaustausch, so dass Schulen umfassend beraten werden und gerade auch berufliche Schulen, Mittelschulen, Realschulen und Förderschulen gut unterstützt werden können. Regelmäßige Fortbildungen sowie Info- und Vernetzungsveranstaltungen sollen darüber hinaus inhaltlich weiterbilden und neue Projekte sowie die Kooperation schulischer und außerschulischer Akteure fördern. Jeder junge Mensch sollte die Möglichkeit bekommen, wenn er möchte, Auslands- und Austauscherfahrungen zu sammeln, ob im formalen oder im non-formalen Bereich.
Q&A's mit Expert:innen aus dem Schulaustausch sind hier zu finden.
AKTUELLE INFORMATIONEN
Für aktuelle Informationen zum Internationalen Schulaustausch melden Sie sich gern zum Infomailing Schulaustausch an. Hier erhalten Sie monatlich aktuelle Ausschreibungen, Förderinfos, Neuigkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten.
Übersicht der Deadlines zu Förderung: Spickzettel mit den Antragfristen im Schulaustausch
VERGANGENE VERANSTALTUNGEN
KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
- Lehrgänge 2026 in Kooperation mit der ALP Dillingen: Grundkurs „Neue Horizonte für Mittelschulen in Bayern – Möglichkeiten des internationalen Austauschs“ am 11./12. März 2026 an der ALP in Dillingen; Aufbaukurs Neue Horizonte für Mittelschulen in Bayern – Aufbaukurs“ am 29./30. April in Garss am Inn
Beispiele guter Praxis
Einmal im Jahr können Schulklassen der achten Jahrgangsstufe aus bayerischen Mittelschulen für eine Woche ins Pestalozzi-Kinderdorf in der Schweiz reisen und einen Austausch mit Schulklassen aus Südost- und Osteuropa erleben. Der Austausch findet ganz im Sinne der Demokratie- und Friedensbildung statt.
Maurus Gerle Grund- und Mittelschule Karlshuld, Austausch mit der Schule Braca Grulovic in Beska, Serbien
Was steckt dahinter? Vor 15 Jahren entstand die Gemeindepartnerschaft zwischen Karlshuld und Beska. Dabei wurde auch direkt in der Satzung festgehalten, dass ein Schüleraustausch stattfinden soll.
Warum Serbien? Wahrscheinlich haben die wenigsten von uns dieses kleine Land auf dem Schirm, wenn es um eine Urlaubsreise geht. Ich möchte hier gar nicht auf die touristischen Reize eingehen, die durchaus auch vorhanden sind, sondern auf unsere gemeinsame Vergangenheit und deren Aufarbeitung. Viele deutsche Aussiedler wurden 1860 nach Beska geschickt. Sie haben dort Ackerland kultiviert und sich ihre Zukunft hart erarbeitet:
"Die ersten fanden den Tod,
die zweiten hatten die Not,
und die dritten erst das Brot."
1944 nach Ende des 2. Weltkriegs wurden alle deutschen Siedler vertrieben. Wie viele bei der Vertreibung oder auf der Flucht gestorben sind, ist nicht sicher. Unter diesen Familien befand sich auch eine aus Karlshuld.
Karlshulder Schüler finden also in Beska zahlreiche Relikte aus der Zeit, als Deutsche dort gesiedelt hatten: Namen der Häuser und Straßen, Gräber auf dem Friedhof (in Serbien wird kein Grab neu vergeben oder „abgeräumt“). So findet ganz anschaulicher Geschichtsunterricht vor Ort statt. Die serbischen und bayerischen Jugendlichen begegnen der gemeinsamen, oft schrecklichen Vergangenheit und gehen viele kleine Schritte auf einander zu. Auf der anderen Seite erleben die serbischen Schüler und Lehrer aber auch unser deutsches Verständnis von Demokratie und Vielfalt.
Besonders schön sind auch die vielen kleinen und großen Gemeinsamkeiten unserer beiden Gemeinden: die Nähe zur Donau, die Anwohneranzahl und Größe, die Anlage als Straßendorf um nur einige zu nennen. Die Schule in Beska ist auch ähnlich groß, wobei hier alle Kinder und Jugendlichen des Dorfes von der 1. bis zur 8. Klasse gemeinsam unterrichtet werden.
Wer war dabei? Unser regelmäßiger Schüleraustausch zielt auf die 7. und 8. Klassen ab. Manchmal musste ich aber auch 6. und 9. Klässler mitnehmen, um die Gruppe von 20 Schülern voll zu bekommen. Besonders freue ich mich immer, wenn Schüler aus dem Balkan dabei sind und als Dolmetscher glänzen können.
Was war das Besondere? Unser Schüleraustausch fand 2025 zum 15. Mal statt. Wir besuchen uns wechselseitig einmal pro Schuljahr, nur während der Pandemiejahre fiel er natürlich aus. Unser Augenmerk liegt neben der sozialen und persönlichen Entwicklung der Teilnehmer auch auf der Völkerverständigung und dem gegenseitigen Verständnis. Dass wir das als Mittelschule schaffen, wertet meine Gemeinde und auch die Schule als großen Erfolg. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, dass die Teilnehmergebühren verschwindend gering sein müssen, um auch wirklich allen Jugendlichen, die teilnehmen möchten, dieses Erlebnis zu ermöglichen.
Was war das Schwierige? Am Anfang war es sehr schwer, ausreichend Teilnehmer zu finden. Serbien als Ziel empfinden viele Eltern als schwierig und auch die Jugendlichen haben Angst vor den zu erwartenden Verhältnissen. Über die Jahre hat sich unser Austausch etabliert und durch die Mund zu Mund Propaganda unter den Schülern wurde es etwas einfacher. Da wir aber als kleine Mittelschule wenig Schüler haben, die vom Alter her in Frage kommen, bleibt diese Herausforderung bestehen.
Die politische Lage in ganz Serbien und auch in der Gemeinde Beska ist instabil. Unruhen und Aufstände der Studenten prägten im Jahr 2025 die Schlagzeilen. Als ich im Februar meine Schule dort besuchte, gerieten wir zum Beispiel in eine Demonstration. Diese lief zwar absolut friedlich ab, aber mit Schülern wäre ich zu der Zeit nicht gerne vor Ort gewesen! Gerade in dieser Zeit wollen wir aber unsere Freundschaft der Schulen nicht aufgeben und hoffen, dass es bald friedlichere Zeiten für Serbien gibt.
Hin und wieder tritt auch Streit unter den Jugendlichen auf, das lässt sich nicht ganz vermeiden. Als hilfreich hat sich herausgestellt, dass die Jugendlichen sich schon im Vorfeld über social media kennenlernen und sich dann ein Gast/Gastgeber-Paar findet und nicht von uns Lehrern zugewiesen wird.
Was war neu? Meine beste Idee dieses Mal war Folgende: Eine Neuntklässlerin war im letzten Jahr beim Austausch dabei und liebte ihre Gastgeberin von Herzen. Leider erlaubte die Klassenlehrerin nicht, dass sie in ihrem Abschlussjahr beim Schüleraustausch teilnimmt. Beide waren so traurig. Da erfuhr ich, dass der Bruder meiner Schülerin zu uns an die Schule wechseln wird, genau rechtzeitig zum Schüleraustausch. Er war einverstanden teilzunehmen als Gastgeber für die Serbin und so konnten sich die beiden Mädchen ganz viel sehen und Zeit miteinander verbringen. Allein die Tränen, als sie sich bei mir beim Abschied bedankten, waren Belohnung und Motivation genug für die nächsten Jahre.
In einem Satz! Verabschiedungen können sehr lange dauern, wenn die Schüler im Bus vorne einsteigen, hinten wieder aus und sich erneut verabschieden!
STÄRKENDE ERFAHRUNGEN FÜRS LEBEN
Ein Auslandsaufenthalt ist eine wichtige Erfahrung für jeden Jugendlichen. Junge Menschen mit Behinderung bleiben bei solchen internationalen Begegnungen meist außen vor. Anders am Förderzentrum Wichernhaus in Altdorf bei Nürnberg. Hier bekommen auch sie die Chance, solche lebensbereichernden Reiseerfahrungen machen zu können
Junge Menschen mit Behinderung, die eine Förderschule besuchen, bleiben bei internationalen Begegnungen meistens außen vor. Sofern nicht die eigene Familie häufig unterwegs ist, bleibt der Radius der Schüler:innen begrenzt. Anders am Förderzentrum Wichernhaus in Altdorf bei Nürnberg. Im Rahmen eines außergewöhnlichen Projekts bekommen junge Menschen mit Behinderung hier die Möglichkeit, derartige lebensbereichernde Erfahrungen machen zu können.
Unter dem Titel „Leben-gewinnen-Reisen“ gehört das Reisen zum Konzept der „erlebenspädagogischen Berufsschulstufenklasse“ an der Schule für Körperbehinderte. Sonderpädagoge Jochen Riehl engagiert sich seit Jahrzehnten so für seine Schüler:innen und organisiert immer wieder internationale Jugendbegegnungen. Das Besondere: Im Fokus steht für ihn dabei die Erlebenspädagogik mit Zugang zur Natur: „Es geht darum, das Draußen-Sein zu feiern und gemeinsam zu erleben, um daraus gestärkt und mit mehr Selbstvertrauen hervorzugehen.“
Zuletzt stellte das einmal mehr der Austausch mit einer langjährigen Partnerschule in England unter Beweis. Im Mai 2023 waren die englischen Schüler:innen dafür zu Gast an einem ganz besonderen Ort: Aus dem Förderzentrum für Körperbehinderte der Rummelsberger Diakonie heraus initiierte Jochen Riehl auf dem Gelände einer alten Mühle im Pegnitztal den Verein Mühlenkraft e. V. (Mitglied im BJR). Entstanden ist dort ein Projekt für natürliche Inklusion und barrierefreies Erleben mit wildnis- und erlebnispädagogischen Angeboten.
Auch beim Gegenbesuch auf der Insel im vergangenen September, an dem zehn Schüler:innen im Übergang von Schule zu Beruf teilgenommen hatten, stand das gemeinsame Naturerleben im Mittelpunkt. „Für die persönliche Entwicklung unserer Schüler:innen bieten solche Erfahrungen in einer menschlich intensiv begleiteten Lernzone jenseits aller Gewohnheiten äußerst bereichernde Impulse“, so Jochen Riehl.
Möglich gemacht wurde dies durch ein entsprechendes beim BJR angesiedelte Förderprogramm aus Mitteln der Stiftung Jugendaustausch Bayern. Denn nach dem Brexit und damit beispielsweise vor allem durch den Wegfall der Erasmus-Förderung fehlten zwischenzeitlich die finanziellen Mittel. „Das niederschwellige Förderprogramm war ein wunderbarer Türöffner“, unterstreicht Jochen Riehl. Einer, der jungen Menschen, die normalerweise nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben, Einblicke in ein Leben außerhalb ihrer Familie zu bekommen, stärkende Erfahrungen fürs Leben ermöglicht.
INFO Jochen Riehl, Förderzentrum für Körperbehinderte der Rummelsberger Diakonie in Altdorf bei Nürnberg, Sonderschullehrer www.wichernhaus.rummelsberger-diakonie.de, www.muehlenkraft.de
Artikel aus der Juna 03/24
Berufsschulstufe der Jakob-Muth-Schule der Lebenshilfe Nürnberg und SOSW1 Krakau
Was steckt da hinter?
Seit vielen Jahren bestehen zwischen der Jakob-Muth-Schule der Lebenshilfe Nürnberg und der Partnerschule SOSW1 Krakau (Polen) enge Kontakte sowie ein reger Schüler- und Lehreraustausch. Die Idee, mit einer Partnerschule in Krakau einen Schüleraustausch zu initiieren, entstand aus dem Wunsch, den Schülerinnen und Schülern der Jakob-Muth-Schule der Lebenshilfe Nürnberg die Möglichkeit zu bieten, andere europäische Kulturen und Länder kennenzulernen und internationale Freundschaften zu knüpfen. Dies führte bereits vor einigen Jahren zu einem Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Einrichtungen. Durch den Austausch sollen die Schülerinnen und Schüler ihren Horizont erweitern und ihre sozialen sowie sprachlichen Kompetenzen ausbauen. Der Austausch fördert das Verständnis für andere Lebensweisen und schafft eine Verbindung zu anderen Jugendlichen in Europa.
Wer war dabei?
Die Zielgruppe der Maßnahme besteht aus Schülerinnen und Schülern der Berufsschulstufe der Jakob-Muth-Schule, die in der Regel keine oder nur eingeschränkten Reisemöglichkeiten haben. In der Partnerschaft sind sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer aktiv involviert. Die Gruppe setzte sich aus 8 deutschen Schülerinnen und Schülern, 2 Lehrerinnen und Lehrern sowie den polnischen Partnern (ebenfalls 8 Schülerinnen und Schülern und 2 Lehrerinnen und Lehrern) zusammen, die aus Krakau nach Nürnberg kamen. Im nächsten Schuljahr werden wir nach Krakau fahren.
Was war das Besondere?
Das Besondere an diesem Austausch ist die enge und regelmäßige Partnerschaft zwischen den beiden Schulen, die eine langjährige Tradition hat. Der Austausch ist nicht nur eine Reise, sondern auch eine Möglichkeit zur praktischen Anwendung von Sprachkenntnissen und kulturellem Austausch in einem direkten und lebendigen Kontext. Besonders hervorzuheben ist der interaktive Aspekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung des Programms aktiv mitwirken und dabei ihre Selbstsicherheit und soziale Kompetenz stärken. Die Schülerinnen und Schüler lernten neue Freunde kennen und übernahmen Verantwortung, was ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit gab. Diese Selbstverantwortung förderte das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen. Es war sehr schön zu sehen, wie sie miteinander agierten, ihre Ängste überwandten und sich bemühten, sich mitzuteilen, sei es durch Mimik, Gestik, eine Übersetzungs-App oder mit Hilfe der Übersetzerin. Dies sorgte dafür, dass alle sich mitteilen konnten, was das Gemeinschaftsgefühl stärkte.
Was war das Schwierige?
Eine Herausforderung bestand darin, den Austausch so zu gestalten, dass er für alle Beteiligten, insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe, sowohl eine Herausforderung als auch ein bereicherndes Erlebnis war. Die sprachliche Barriere und die logistische Planung für gemeinsame Aktivitäten mussten gut abgestimmt werden, um sicherzustellen, dass jeder mitmachen konnte. Es war wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler einzugehen.
Was war neu?
Neu war der integrative Ansatz, bei dem nicht nur Schülerinnen und Schüler aus Nürnberg, sondern auch Schülerinnen und Schüler aus Krakau aktiv am Programm teilhaben konnten. Außerdem wurde das digitale Element in Form einer Übersetzungs-App genutzt, um die Sprachbarriere zu überwinden und den Schülern zu helfen, sich zu verständigen. Der Austausch ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, über das klassische Klassenzimmer hinaus zu lernen, ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern und eine neue Perspektive auf das europäische Miteinander zu gewinnen.
In einem Satz!
„Der Austausch hat mir gezeigt, wie einfach es ist, neue Freunde zu finden, auch wenn man eine andere Sprache spricht.“ (Zitat eines Teilnehmers)
Freie Waldorfschule Coburg und Edinburgh Steiner School
Was steckt dahinter?
Die Idee ist es, dass die Schüler für einen ganzen Monat das Land, die Familien, die Schulen, die Stundenpläne und die Freizeitaktivitäten tauschen. Sie tauchen auf diese Weise tief in eine andere Kultur ein. Berührungsängste werden abgebaut, neue Erfahrungen gesammelt, Selbstständigkeit geübt. Ergänzt wird das Programm vor Ort von didaktisch aufbereiteten Ausflügen unter Federführung der jeweiligen begleitenden Lehrkraft aus dem Heimatland.
Wer war dabei? Seit vielen Jahren machen wir diesen Austausch mit unseren achten Klassen.
Dabei sind Jugendliche, männlich, weiblich, divers, im Alter von 14 und 15 Jahren. Für viele ist
es die erste weitere Reise und in der Regel der erste Aufenthalt, der ohne Eltern so lange
gewagt wird.
Was war das Besondere?
Das Besondere sind die engen Beziehungen, die zum einst fremden Land und zu den Menschen entstehen. So fanden in der Vergangenheit auch schon von den Familien privat organisierte Folgebesuche statt. Was war das Schwierige? Schwierig sind die ständig ansteigenden Flugkosten. Vor allem darum, weil wir diesen Austausch allen Schülern ermöglichen wollen, unabhängig von der finanziellen Situation im Elternhaus. Darum ist die Unterstützung durch den Bayerischen Jugendring eine sehr große Hilfe. Komplizierter wird der Austausch ab 2025 auch durch die dann nötigen Einreisegenehmigungen. Dennoch wollen wir das Programm auch in Zukunft durchführen, da die persönliche Weiterentwicklung der Jugendlichen durch diesen Austausch deutlich zu beobachten und uns sehr wichtig ist.
Was war neu?
Neu ist, dass wir noch mehr Wert als bisher darauf legen, dass sich die Jugendlichen, die an dem Austausch teilnehmen, am Ende für einige Tage auch persönlich treffen. Dadurch schließt sich für sie der Kreis, da sie ja die dazugehörigen Familien und deren Alltag sehr intensiv kennen lernen durften.
In einem Satz!
Viki, 14: „Schottland war schon eine tolle Erfahrung. Anfang war es etwas
unangenehm, weil ich alleine in einem fremden Haushalt war. Aber ich habe mich schnell an die
Familie gewöhnt und sie war wirklich sehr nett. Im Großen und Ganzen war es echt mega
schön dort“.
Kirsten, 58: „Für die Klasse und die Lehrer ein einmaliges und nachhaltiges Erlebnis!“
Link zur Schule:
Freie Waldorfschule Coburg: https://waldorfschule-coburg.de/wprss/
Steiner School Edinburgh: https://www.edinburghsteinerschool.org.uk/
Der Schulaustausch „Food and Forest“ der FOSBOS Ingolstadt mit der Woodstock Union High School in Vermont, 2024
Was steckt da hinter?
Für uns war schon seit Langem klar, dass eine Partnerschaft mit einer amerikanischen High School den Horizont unserer Schülerinnen und Schüler derart bereichern kann, dass sie auf ihrem weiteren Lebensweg für immer von dieser Erfahrung profitieren könnten. Aus diesem Grund haben wir uns auf die Suche nach einer passenden Partnerschule begeben. Für uns als Umweltschule war wichtig, dass auch unsere Kollegen in Übersee die gleichen Werte im Hinblick auf Umweltschutz und Aktionismus vertreten. Durch die Kooperation zwischen der Woodstock Union High School und dem hiesigen Billings National Park eröffneten sich für alle Beteiligten neue Horizonte bezüglich der Veränderung des ländlichen Lebensraums.
Aus heutiger Sicht, nach der Durchführung der ersten Begegnung, können wir mit Stolz sagen, dass die Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern auch einige Monate nach Beendigung der Maßnahme noch immer in regem Austausch und Kontakt stehen, sich auch schon gegenseitig besucht haben und sich über aktuelle Ereignisse aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft austauschen.
Wer war dabei?
Die Gruppe unseres Austausches war eine lustige, offene und kreative Truppe. Die Altersstruktur war eher heterogen, von 18 bis 24. Durch die unterschiedlichen Interessen, Zukunftswünsche und Herangehensweisen an neue Situationen und Probleme konnten die Schülerinnen und Schüler voneinander lernen und profitieren. Während der gesamten Reisezeit herrschte eine ausgelassene Stimmung, es wurde viel diskutiert, Neues geteilt und reflektiert.
Was war das Besondere?
Sehr besonders war für unsere Schüler ein von den Gasteltern organisierter Ski-Tag im lokalen Skigebiet Killington. Drei von unseren fünf deutschen Schülern standen noch nie auf Brettern und wurden von einem der Gastväter, der auch dort als Skilehrer tätig ist, ans Skifahren herangeführt. Nach wenigen Stunden fuhren sie bereits geübt und sicher die Pisten herab, währen die Lehrer von oben aus der Ski-Lodge nur ängstlich hinabblickten und das Erlebnis auf Video festhielten.
Was war das Schwierige?
Herausforderungen lagen vor allem in der Kurzfristigkeit der Organisation der beiden Besuche. Im November wurden die Kooperationsverträge unterzeichnet und im März fanden beide Besuch direkt aufeinanderfolgend statt. Dies kostete enorm viel Energie, Kraft und Organisationstalent. Ohne Hilfe aus Kollegium, Schulleitung und Gasteltern wäre die gesamte Maßnahme niemals möglich gewesen.
Was war neu?
Dadurch, dass der Fokus der Begegnungen nicht nur auf Umweltschutz und Erhaltung von Forst- und Landwirtschaft lag, sondern auch auf dem Abbau von Vorurteilen und dem Hinterfragen von Stereotypen, war das größte Learning auf beiden Seiten zweifellos das Essen. Die Amerikaner waren total begeistert von deutschen/bayerischen Klassikern wie Knödel, Bier und Käsespätzle. Die Deutschen waren schwer beeindruckt davon, dass Amerikaner nicht nur Burger essen, sondern, dass es in den Familien auch Avocado-Bagels, viel Obst und selbstgemachten Ahornsirup gab. Viele der Schülerinnen und Schüler haben bei beiden Besuchen ihre Koffer mit Leckereien für Daheim gefüllt und nahmen auch ein bisschen Übergepäck in Kauf.
In einem Satz!
“The next highlight is right down the street.”
Ein Kooperationsprojekt von Kunstprojekte Oberland e.V. mit der Karwendel
Mittelschule, 2023/2024
Was steckt dahinter?
Viele Projekte an den unterschiedlichsten Schulen im Landkreis, vorzugsweise Mittelschulen und der Wunsch, den Schülern die Möglichkeit zum Blick auf andere Kulturen und Lebensweisen zu ermöglichen, was nicht nur den Horizont erweitern, sondern auch weitere Ausbildung- und Berufschancen aufzeigen soll. Über die gemeinsame Teilhabe an einem Kunstprojekt, denn Kunst verbindet, mit der Abschlussklasse (9. Klasse Mittelschule), zu der bereits ein guter Kontakt bestand und der Idee einer Zusammenarbeit mit der norwegischen Schule, die ein gänzlich differenziertes Lern-System verfolgt. nach mehrmaligen Besuchen und vielen Gesprächen mit beiden Seiten war das Konzept entstanden.
Wer war dabei?
Schülerinnen und Schüler der 9.Klassen der Karwendelschule Mittenwald auf deutscher Seite, dazu die Klassenleitung und die Kunstpädagogin. Von den deutschen Schülern waren einige noch nie im Ausland gewesen oder mit dem Flugzeug verreist, entsprechend groß war die Aufregung. Die Schüler hatten sich der Maßnahme im Rahmen des Unterrichts intensiv über das Partnerland informiert und einige Sprachübungen gemacht. Aus der Partnerschule Evje Følkehøgskole reisten 11 Schüler/innen mit zwei Lehrkräften im Oktober 2023 anläßlich der In-Maßnahme nach Mittenwald. Während die deutschen Schüler 14-16 Jahre alt waren, hatten die norwegischen Jugendlichen mit 16-17 Jahren zwar ein höheres Alter, in der Begegnung war dies allerdings völlig unproblematisch.
Was war das Besondere?
Die Schüler haben sich auf Anhieb gut verstanden und hatten wirklich Spaß miteinander. Unsere Tage, sowohl bei In- und Out-Maßnahme, waren voller Erlebnisse zu keiner Zeit gab es Langeweile, wir sind praktisch von Event zu Event gelaufen. Für jeden Interessenbereich war etwas dabei. Besonders toll war, dass auch Themen, an die sich sonst der ein- oder Andere nicht so leicht heranwage würde, in Folge der Gruppendynamik von allen getragen wurden.
Unvergesslich und sensationell die abendlichen Tanzveranstaltungen, bei denen ausnahmslos alle begeistert teilgenommen haben.
Was war das Schwierige?
In der Vorbereitung war am schwierigsten und zeitaufwändigsten die Verhandlungen mit den Förderern und die Planung der einzelnen Elemente der Reise. Während den Maßnahmen gab es nur kleinste Schwierigkeiten die schnell zu lösen waren: Essenszeiten und Speiseauswahl, Temperatur in den Zimmern, falsche Klamottenauswahl für den entsprechenden Ausflug.
Was war neu?
Neu war eindeutig das gesteigerte Verständnis für die Bedürfnisse der mitreisenden Schüler/innen der Gruppe, speziell auch der Austauschpartner. Für Aha-Erlebnisse sorgten Landessitten (wie z.b. Essenszeiten und Gepflogenheiten), das Klima im jeweiligen Austauschland. Auch
waren die Schüler noch nie vorher den Lehrkräften so nah gewesen und haben festgestellt, auch diese sind nur Menschen. Die Atmosphäre war von Spannung, Freude und Erlebnis geprägt. Alle haben die Maßnahen genossen und waren traurig, als die jeweiligen Reisen geendet waren. Der Kontakt zwischen den Schüler/innen ist beständig.
In einem Satz!
„Mittenwald meets Evje - Völkerverständigung par excellence und prächtige Landschaft zum Genießen! Das Begegnungsprojekt ermöglichte Lernen mit allen Sinnen und verbesserte Sprachkenntnisse in Englisch und Norwegisch.
Tusen Takk“,
Anja Zwerger, Rektorin Mittelschule Mittenwald.
Link zum Fotobuch: https://widgetviewer.photoconnector.net/?widgetId=57fd1827-9e2f-4c5c-bc88-051c6f30091a&%3BsecurityId=undefined&%3Blocale=de-AT
Berufsschule 1 Kempten, 2023/2024
Was steckt dahinter?
Nach einer ersten Kontaktaufnahme im Juni 2018 einer marokkanischen Delegation in Kempten erfolgte im November 2018 ein Besuch der Kemptener Gruppe in Marokko mit dem Ziel erste Schulungen über Schulmanagement, Schulentwicklung, Qualitätsmanagement, Lehrpläne und Lernsituationen zu halten. Ein weiterer Besuch erfolgte im April 2019, bei dem neben weiteren Schulungen eine Partnerschaftsvereinbarung durch beide Schulen unterzeichnet wurde. Zeitgleich erfolgten regelmäßige Telefon- bzw. Skypekonferenzen zwischen den beiden Schulen.
Nachdem 2020 von ENSA eine Begegnungsreise genehmigt wurde, fanden regelmäßig zoom-Konferenzen mit Schulleitung, Lehrern und Schülern statt, um das gemeinsame Projekt zu planen und vorzubereiten. Leider konnte die Reise nach Marokko im Oktober 2020 aufgrund der bedingten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht stattfinden. Der 1. Schüleraustausch fand dann 2002 in Marokko statt. 7 Schüler (1 konnte aufgrund von Corona leider nicht reisen) und 3 Lehrer besuchten das CPT in Kenitra. 2023 fand der Rückbesuch statt, 8 Schüler und 2 Lehrer durften das Allgäu und Kempten kennenlernen. Der letzte Besuch war im April 2024 in Kenitra, bei dem wieder 8 Schüler, dieses Mal auch mit 2 Mädchen, und 3 Lehrer die in IFTek umbenannte Partnerschule besuchten. Hier wurde auch der neue Partnerschaftsvertrag unterzeichnet.
Wer war dabei?
Sowohl die marokkanischen als auch die deutschen Schüler und Schülerinnen kommen aus dem gewerblichen Elektro- und Metalltechnikbereich, besuchen die jeweilige Berufsschule, sind zwischen 17 und 25 Jahren alt und stammen aus unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Schichten.
Was war das Besondere?
Es haben sich unter den SuS und auch den Lehrern Freundschaften entwickelt, was sich im einen darin zeigt, dass im Herbst 2023 drei Schüler der 2022er-Gruppe ihre Freunde in Marokko für 2 Wochen besuchten und zum anderen, dass im August ein marokkanischer Schüler eine Metallausbildung im Allgäu auf Vermittlung der deutschen Lehrer beginnt. Drei weitere SuS stehen schon bereit, müssen aber noch einen Sprachkurs absolvieren (für B2-Niveau)
Was war das Schwierige?
Schwierigkeiten waren am Anfang, dass kein Schüler und nur ein Lehrer französisch sprechen. Gelöst wurde dieses Problem mit Herrn Ali Lakhdar, Mitarbeiter des bbw, der sich als Dolmetscher kostenlos zur Verfügung stellte und diversen Handy-Übersetzungs-Apps. Desweiteren lernten die marokkanischen SuS deutsch und die deutschen SuS einige Wörter/Phrasen arabisch. Ebenso wurde viel auf englisch geredet. Der schriftliche Kommunikationsweg wurde unterstützt durch Sprachprogramme, wie z.B. deepL.
Was war neu?
Neu waren für alle Beteiligten die unterschiedlichen Kulturen, Religionen und auf den Beruf bezogen die unterschiedlichen Arbeitsweisen.
In einem Satz!
„Dieser Austausch hat hier wirklich Geschichte geschrieben, denn meines Wissens ist es eines der ersten Projekte eines Schüleraustauschs zwischen Berufsschulen in Marokko und Bayern. … Dadurch ist mein Traum eines direkten Austausches endlich in die Tat umgesetzt worden!“
Anne Oertel, Projektkoordinatorin International bbw gGmbH und Mitinitiatorin der Schulpartnerschaft zwischen BS1 und CPT
15 Jugendliche und Schüler des Kreisjugendrings Augsburg-Land und der Leonhard-Wagner-Mittelschule in Schwabmünchen waren bei ihrer Austauschgruppe der Schwenk School in Kukutana, Kenia zu Gast.
Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, die Lebenswelt der kenianischen Jugendlichen kennenzulernen und sich zu Themen wie Familie, Schule, Hobbies und Alltag auszutauschen.
Auf dem Programm stand der Besuch einer Kaffeefabrik, eines Nationalparks, eines Brunnenbaus sowie einer Blinden- und Taubenschule.
Die Begegnung war für die Jugendlichen nicht nur eine einmalige Erfahrung fürs Leben, sondern sie schlossen auch viele Freundschaften. Daher freuten sie sich besonders über den Rückbesuch im November 2023.
Die kompletten Programmabläufe sind hier zu finden:
https://www.lwms.de/neuigkeiten/kukutana/
https://www.lwms.de/neuigkeiten/rueckbesuch-jugendaustausch-kenia/
Ein Austauschprojekt der Mittelschule und Realschule Simbach am Inn, 2022/2023
Was steckt dahinter?
Seit 2014 gibt es den Schüleraustausch zwischen der Scuola Media di Tolmezzo und der Mittelschule/Realschule aus Simbach am Inn. Den Anstoß dazu gab damals der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Dr. Bernhard Großwieser.
Wer war dabei?
Die italienischen Schüler besuchen die seconda media, das entspricht unserer 7.Klasse. In Italien ist die Scuola Media eine Gesamtschule. Alle Schüler lernen dort die Fremdsprachen Englisch und Deutsch. Da Italienisch bei uns nur als Wahlfach angeboten werden kann, müssen wir jedes Jahr darauf hoffen, dass genug Schüler:innen aus beiden Schulen zusammenkommen. Bis jetzt hat es jedes Schuljahr funktioniert.
Was war das Besondere?
Jedes mal aufs Neue ist spannend zu sehen wie besorgt die Schüler:innen sind, wenn sie das erste mal live auf die Gasteltern treffen – und wie emotional gerührt sie sind, wenn sich die Schüler:innen von den Gasteltern bei der Abfahrt verabschieden.
Was war das Schwierige?
Dieses Schuljahr war es besonders schwer geeignete und motivierte Schüler:innen für den Austausch zu finden, Grund dafür waren u.a. die letzten 3 Corona-Jahre.
Was war neu?
Unser Programm ist altbewährt. Für die Schüler:innen ist es ein Mix aus Geschichte, Kultur, Spaß und italienischem Lifestyle
In einem Satz!
Wir freuen uns schon auf den Rückbesuch im Mai 2023!
20 Jahre deutsch-polnische Schülerbegegnung der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen, 2022
Was steckt da hinter?
Die Marktgemeinde Pfeffenhausen pflegt seit 21 Jahren eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Jaworzyna Slaska, in Niederschlesien. Um langfristig Freundschaftsbande zu entwickeln und gemeinsam an einer europäischen Zielsetzung mitzuwirken, wurde vor 20 Jahren eine Schulpartnerschaft zwischen der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen und dem damaligen Gimnazjum Nr 1, jetzt Szkoła Podstawowa im. Marii Konopnickiej begründet.
Wer war dabei?
15 polnische Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 – 15 Jahren besuchen zusammen mit drei Betreuern für jeweils eine Woche Pfeffenhausen. Sie nehmen am Unterricht, an Stadtbesichtigungen in Landshut, Regensburg und München, Berufsorientierungsmaßnahmen und an einem besonderen gemeinsamen Projekt mit europäisch-sozialintegrativem Charakter teil. Die polnischen Schülerinnen und Schüler wohnen als Gastkinder in Pfeffenhausener Familien.
Etwa 25-30 Pfeffenhausener Jugendliche von Jahrgangsstufe 5-9 nehmen am Austausch in Polen teil. Einige Kinder wohnen in polnischen Gastfamilien, die übrigen Jugendlichen sind zusammen mit ihren Lehrkräften in einer einfachen Unterkunft in Swidnica untergebracht. Auf dem Programm stehen Unterrichtsbesuche, eine Betriebsbesichtigung, Besuch beim Bürgermeister, Stadtbesichtigung in Breslau, Besuch der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau, KZ-Gedenkstättenbesuch in Groß-Rosen und ein gemeinsames Projekt (Kunst/Musik/Geschichte) an der Schule.
Was war das Besondere?
Als sehr besonders werden die gemeinsamen Projekte empfunden, wie z.B. ein sozialintegratives Percussion-Projekt, wo die polnischen Kinder zusammen mit 100 Mittelschülern drei Vormittage lang gemeinsam Trommelrhythmen erlernen und vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Eltern zur Aufführung bringen. Das berührendste und intensivste Gemeinschaftsprojekt fand beim Austausch im Oktober 2022 statt: HUMAN International Cultural Project, wobei die polnischen Gäste zusammen mit Pfeffenhausener Schülern aus 15 Nationen an einem dreitägigem Tanzworkshop zu ausgewählten UN-Menschenrechten teilnahmen.
Was war das Schwierige?
Eine große Herausforderung besteht darin Gastfamilien zu finden. Hier sind intensive Werbemaßnahmen (Elternbriefe, Informationsabend, Vortrag von Dr. Matthias Kneip zu Polen, Besuch des PolenMobils, usw …) und persönliche Kontaktaufnahme von Schulleitung und Lehrkräften mit den Eltern und vor allem gute Beziehungen notwendig.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Finanzierung der Maßnahmen. Anfragen, Antragstellung, Abrechnung, usw. mit verschiedenen Stellen erfordern viel Zeit.
Eine Schülerbegegnung mit all den Projekten und Herausforderungen wird neben der und zusätzlich zur alltäglichen schulischen Arbeit, meist am Abend und in der Freizeit, organisiert. Hier erfordert es einen „Motor“, meist die Schulleitung, die für das Austauschprojekt brennt, gute Planung und Organisation und ein wohlgesonnenes Unterstützernetzwerk.
Was war neu?
Einen Wow-Effekt hatten wir heuer bei der gemeinsamen HUMAN-Aufführung. Die Kinder wuchsen, über alle Sprachgrenzen und anfänglichen Vorurteile hinweg, zu einer friedvollen Gemeinschaft zusammen. Hier stimmte das Motto der EU zu 100%: „In Vielfalt geeint“
In einem Satz!
„In dieser einen Austauschwoche lernen die Schülerinnen und Schüler mehr fürs Leben und über das friedliche Zusammenleben in einem geeinten Europa, als in vielen Jahren Arbeitsblatt- und Film-GPG-Unterricht.“ (Lehrerin)
www.gms-pfeffenhausen.de (Suchbegriff. Schüleraustausch oder HUMAN)
Staatliche Berufsschule II Landshut, Schuljahr 2021/22 (15.05. – 20.05.2022)
Was steckt da hinter?
Die Schulpartnerschaft zwischen der Staatlichen Berufsschule II Landshut und unserer Partnerschule, dem Lycée Mireille Grenet in Compiègne, besteht seit 1973. Seit 48 Jahren leisten engagierte Pädagogen beider Schulen sowie Mitglieder des Vereins Landshut-Compiègne und des Bezirks Niederbayern regelmäßig einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung beider Länder. Die Idee für diese Schulpartnerschaft entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Landshut und Compiègne, die dieses Jahr das 60-jährige Bestehen feiern konnte.
Unser besonderer Dank geht an die großzügige finanzielle Unterstützung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), den Bezirk Niederbayern und den Verein Landshut-Compiègne. Ohne deren langjähriges Engagement wären die Fahrten nicht möglich gewesen.
Wer war dabei?
Bei den Teilnehmern handelt es sich ausschließlich um Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Berufsschule II Landshut, die eine betriebliche Ausbildung absolvieren. Die Palette der Ausbildungsberufe umfasst kaufmännische Berufe aller Fachsparten (u. a. Kaufleute für Büromanagement, für Groß- und Außenhandel, Industriekaufleute, Steuerfachangestellte, Verwaltungs- und Sozialversicherungsfachangestellte) genauso wie Gesundheitsberufe (Medizinische Fachangestellte, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte). Aufgrund dieser Berufssparten überwiegen meist die weiblichen Teilnehmerinnen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit. Außerdem werden immer auch gezielt Jugendliche aus einem sozial oder familiär benachteiligten Umfeld oder mit Migrationshintergrund für die Teilnahme ausgewählt.
Unsere Partnerschule ist ein berufliches Gymnasium, das seinen Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung in verschiedenen Berufssparten, wie Mechatroniker, chemische Assistenten, kaufmännische Assistenten und IT-Berufe vermittelt. Daher sollen unsere Schülerinnen und Schüler zugleich einen Einblick in die grundlegend anders organisierte berufliche Ausbildung in Frankreich erhalten.
Was war das Besondere?
Ein besonderer Wow-Effekt für die Schülerinnen und Schüler war sicher das persönliche Kennenlernen von beeindruckenden und nahbaren politischen Persönlichkeiten beim Empfang im Rathaus von Compiègne. Diese Wertschätzung unseres Besuchs auf politischer Ebene freute die gesamte Gruppe.
Um den Schülerinnen und Schülern einen noch intensiveren Einblick in das französische Schulsystem zu geben und auch den Kontakt zu den französischen Schülerinnen und Schülern zu intensivieren, wäre die Teilnahme unserer Schülerinnen und Schüler an einzelnen Unterrichtsstunden wünschenswert. Insbesondere der Unterricht in den Praxisräumen wäre hier sicher interessant.
Was war das Schwierige?
Die Unsicherheiten bezüglich der Corona-Pandemie verlangten auch im aktuellen Jahr allen Beteiligten besondere Flexibilität ab. Besonders das in Frankreich unabhängig davon gepflegte besondere Begrüßungs- und Verabschiedungsritual (das „Bise“-Küsschenritual) wirkte vor den bei uns geltenden Corona-Gepflogenheiten für die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eher ungewöhnlich.
Die Kontaktaufnahme zwischen den französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern gestaltet sich aufgrund der begrenzten Dauer des Projekts relativ schwierig. Sowohl durch die sprachlichen Barrieren als auch durch die Corona-Jahre hat sich die Hürde zur Bereitschaft die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Abend in einer französischen Familie aufzunehmen als sehr hoch herausgestellt. Die kurzen Gespräche während des Verkaufsprojekts an der Schule können diesen längeren persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Geplant ist daher, dass die Schülerinnen und Schüler beim nächsten Schüleraustausch bereits vorab virtuell Kontakt aufnehmen und während des Austauschs z. B. bei einem gemeinsamen Ausflug auf die Pferderennbahn in Compiègne, zusätzliche persönliche Kontakte knüpfen können.
Die Kontaktaufnahme zwischen den französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern gestaltet sich aufgrund der begrenzten Dauer des Projekts relativ schwierig. Sowohl durch die sprachlichen Barrieren als auch durch die Corona-Jahre hat sich die Hürde zur Bereitschaft die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Abend in einer französischen Familie aufzunehmen als sehr hoch herausgestellt. Die kurzen Gespräche während des Verkaufsprojekts an der Schule können diesen längeren persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Geplant ist daher, dass die Schülerinnen und Schüler beim nächsten Schüleraustausch bereits vorab virtuell Kontakt aufnehmen und während des Austauschs z. B. bei einem gemeinsamen Ausflug auf die Pferderennbahn in Compiègne, zusätzliche persönliche Kontakte knüpfen können.
Was war neu?
Die Lehrerteams von beiden Schulen wurden in diesem Jahr neu gebildet. Es entstand auf Anhieb große Sympathie zwischen den neuen Akteuren und alle Beteiligten haben bei den gemeinsamen Unternehmungen sehr viele schöne Erinnerungen mitgenommen. Der entstandene persönliche Kontakt wird in den nächsten Jahren, wie beim alten Team, sicher weiter ausgebaut und vertieft. Wir freuen uns bereits auf das geplante Wiedersehen mit den Mitgliedern im Frühjahr 2023.
In einem Satz!
„Anfangs hatte ich etwas „Bauchweh-Empfinden“, am Ende war ich förmlich begeistert von diesem Austauschprojekt“
Link zur Schule: Schulpartnerschaft - Staatliche Berufsschule 2 Landshut (bs2-landshut.de)
Hilfreiche Links
- Vom Schulaustausch erzählen – aber wie? (engagement-global.de)
- Praktische Tipps zur Pressearbeit (Stiftung Jugendaustausch)
- Bei speziellen Fragen können Sie sich für eine individuelle Beratung zu Ihrer Pressearbeit gern an Ellen Daniel, Pressesprecherin des Bayerischer Jugendrings, wenden.
- Partnerschulnetz, die virtuelle Partnerbörse auf Initiative des Auswärtigen Amtes
- Digitaler Austausch mit E-Twinning von Erasmus+ Schule
- Partnersuche in Europa mit Erasmus+ Schule
- European School Education Platform
- Deutsch-Tschechische Kontaktdatenbank von TANDEM (Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch)
-
Projektpartnerbörse des DPJW (Deutsch-Polnisches Jugendwerk)
- Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW) - Zentralstelle des DFJW im BJR
- Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW) - Zentralstelle des DPJW im BJR
- Deutsch-Griechisches Jugendwerk (DGJW) - Zentralstelle des DGJW im BJR
- Tandem – Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch
- Das Entwicklungspolitisch Schulaustauschprogramm für Nord-Süd-Schulpartnerschaften
- Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct
- Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA)
- Deutsch-Türkische Jugendbrücke
- UK-German Connection (Zusammengefasste Information des PAD)
- German American Partnership Programm (GAPP)
- Das EU-Förderprogramm für Schulaustausch: Erasmus+ Schule in Bayern (Bundesebene)
- Das EU-Förderprogramm für Berufsschulaustausch: Erasmus+ Berufsbildung in Bayern (Bundesebene)
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Der Pädagogischer Austauschdienst mit der PASCH Initiative: Schulen:Partner der Zukunft und der Förderprogrammsuche
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Förderprogramm der Stiftung Jugendaustausch Bayern für den Austauch mit dem Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales, Nordirland): UK reloaded
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Förderprogramm der Stiftung Jugendaustausch Bayern „Kontakt halten 2025 – bayerisch-israelische Begegnungen in Bayern und Israel im 60. Jubiläumsjahr der deutsch-israelischen Beziehungen":
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Projekt "Ahoj-Hallo!": Tandem - Koordinierungszentrum - Ein Sprachanimations-Projekt für Grundschul- und Kindergartenkinder