Makroaufnahme eines Laubblatts

Prävention sexueller Gewalt

Wirksamer Schutz vor sexueller Gewalt kann nicht durch punktuell stattfindende Präventionsangebote erreicht werden. Organisationen brauchen eine Gesamtstrategie für Schutzmaßnahmen, die die spezifischen Strukturen und Prinzipien von Jugendarbeit einbeziehen und auf allen Ebenen von Jugendverbänden wirksam werden.

Prätect stellt dafür folgende Angebote zur Verfügung:

  • Informationen, Arbeitsmaterialien und Praxishilfen
  • Infoveranstaltungen, Schulungen und Tagungen zum Thema
  • Individuelle Beratung zu möglichen Schutzmaßnahmen in Organisationen der Jugendarbeit
  • Vermittlung kompetenter Referent/innen für Schulungs- und Fortbildungsangebote
  • Vernetzung und Kooperation der unterschiedlichen Zielgruppen und Ansprechpartner/-innen
  • Schulungen für Vertrauenspersonen gegen sexuelle Gewalt
  • Qualifizierungsreihe für Leitungs- und Fachkräfte

Das Präventionskonzept des BJR

  • Grundsätze
    • Prävention sexueller Gewalt ist nicht Zeichen eines "schlechten Gewissens", sondern ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit.
    • Prävention sexueller Gewalt setzt zuerst und vor allem bei den Erwachsenen an. In ihrer Verantwortung liegt es, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch zu schützen.
    • Organiationen benötigen ein auf ihre Gegebenheiten abgestimmtes Präventionskonzept, dessen Bausteine und Maßnahmen prozesshaft entwickelt und umgesetzt werden.
  • Leitziele
    • Ein "Netz der Sicherheit" schützt Mädchen und Jungen in der Jugendarbeit vor Übergriffen
    • Potenzielle Täter/-innen werden durch wirksame Schutzmaßnahmnen fern gehalten
  • Umsetzung

    Um dieses Ziel zu erreichen, muss präventives Handeln auf allen Ebenen von Jugendverbänden und Jugendringen verankert werden. Bereits 2005 hat der Hauptausschuss des BJR einen Maßnahmenkatalog verabschiedet, wie dies in Jugendringen und Jugendverbänden umgesetzt werden soll. In der 2012 beschlossenen Position Jugendarbeit setzt sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein bekräftigt und präzisiert der BJR seine Haltung, dass wirksame Prävention ein umfassendes und für das Arbeitsfeld passgenaues Schutzkonzept erfordert.

    Dazu gehören folgende Qualitätsmerkmale:

    •     Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
    •     Selbstkritische Überprüfung der Organisationskultur
    •     Offene Fehlerkultur
    •     Eindeutige Positionierung der Organisation gegen sexuelle Gewalt
    •     Klare Regeln zum Umgang mit Mädchen und Jungen und entsprechende Selbstverpflichtungen (Verhaltenskodex/ Schutzvereinbarungen)
    •     Information und Qualifizierung für Mitarbeiter/-innen
    •     Notfallplan /Leitlinien zum Vorgehen im Verdachtsfall
    •     Beschwerdemöglichkeiten

    Das Angebot von Prätect umfasst Informationen und Materialien, Schulung und Fortbildung, Beratung und Vernetzung für alle ehrenamtlichen, hauptberuflichen und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der Jugendarbeit. Damit sollen sie befähigt werden, Grenzüberschreitungen zu erkennen, geeignete Präventionsmaßnahmen umzusetzen sowie Mädchen und Jungen zu stärken.